Freitag, 21. September 2012

Hausbau in Thailand Teil 13, Ende gut, alles gut?

Wer in den letzten beiden Jahren gesehen und gelesen hat, wie unser Haus geplant und gebaut wurde, konnte hoffentlich ein paar Infos nutzen. Das Wichtigste für mich ist nach wie vor:

1. Bereite dich gut vor, mache einen guten Plan deiner eigenen
    Vorstellungen und
2. fixiere sie pingelig in einem Vertrag. Dann kannst du
3. bei Abweichungen von deinen Vorstellungen reklamieren.

Hierzu ein aktuelles Beispiel: Unsere Küchentüre zur Terrasse ist aus dem gleichen Material wie alle anderen Türen innerhalb des Hauses. Wenn sie geöffnet war, wurde die Klinke mit einem Haken an der Außenwand befestigt, da die magnetischen Halter gegen den Monsunsturm keine Chance hatten. In dem einen Jahr war die Klinke vom Sturm so beschädigt und die Verschraubungen im Holz so zerstärt, dass etwas gemacht werden musste. Außerdem wollte ich von Anfang an durch Fenster in der Türe mehr Helligkeit in der Küche.
Wir beauftragten eine Firma, eine Alutüre mit großen Fenstern und unter Verwendung meiner HEWI-Griffe neu zu bauen. Die Türe kam nach kurzer Zeit mit zum Erbrechen verschnörkelten Türgriffen ("Aber das sieht doch viel schöner aus") und grün getönten Glasscheiben. ("Das ist doppelt beschichtetes Glas gegen die UV-Strahlen") Wir haben inzwischen eine riesige Markise, die Türe liegt die meiste Zeit im Schatten. Abgesehen davon: Muss ich mich den Thai-Vorstellungen anpassen oder wird nach den Vorstellungen und Wünschen des Auftraggebers gearbeitet? Ich habe immer den Verdacht, dass die Thais uns für blöd halten und versuchen, irgendwelche Lagerreste zu verarbeiten. Das Dumme ist nur, die Neuanfertigungen schmälern deutlich den Gewinn. Unsere Türe muss komplett neu gemacht werden.
ABER DAS RATE ICH JEDEM: Akteptiere nie etwas, das dir nicht 100% gefällt und dass du anders bestellt hast! Die mir immer von meinen ach so hilfreichen Nachbarn empfohlene "Anpassung an die Thai-Realität" ist absoluter Schwachsinn. Weil wir das nie gemacht haben, beneiden sie uns alle um das heute ausgezeichnete Ergebnis.

4. Sehe Konsequenzen bei Abweichungen von den vertraglichen Vereinbarungen vor, z.B. Konventionalstrafen, die du von der letzten Zahlung abziehst (Bei uns waren es über 100.000,- Baht und es wurde akzeptiert.)
5. Denke logisch, handle konsequent und rechne genau. Wir haben in Deutschland im Allgemeinen unser Geld nicht im Schlaf oder durch permanente Lottogewinne verdient.

Da ließe sich noch mancher Tip anfügen, aber ich will jetzt zum Thema kommen: Ende gut, alles gut?

Ja! Wir leben jetzt auf einem wunderbaren Grundstück mit Sicht von drei Terrassen auf die Berge, nur an der Straße haben wir direkte Nachbarn, die uns nicht stören, im Gegenteil. (Für den Thai, der gerade gegenüber baut, fotografiere ich fast täglich eine Dokumentation des Bauens und schenke sie ihm zum Einzug. Er wird sich hoffentlich freuen.)
Das Haus ist bis auf den großen Neon-Buddha an der Frontfassade fertig (Die Firma in Bangkok hat durch die Flut 2011 alles verloren und musste Pause machen.)
Unser Architekt Wisit, den wir anfangs in den höchsten Tönen lobten und anschließend wegen seiner Schlampereien tadelten, hat verbessert, repariert und erneuert. Was will man mehr? Wer sonst macht das? Da kenne ich ganz andere Aussagen von Bauherren. Also haben wir auch zu Wisit heute eine gute Beziehung und er steht auf unserer Empfehlungsliste (Blog mit Lieferanten usw. irgendwann später).
Das können zwar manche hier gar nicht verstehen. Aber WIR sind keine Betonköppe nach der Bauart: Einmal ist immer, man wechselt doch nicht seine Meinung!

Viele Bilder vom Garten und von den Innenräumen haben wir schon in früheren Beiträgen gezeigt. Hier sollen nur zum Abschluss ein paar neue Ansichten veröffentlicht werden. Besonders wichtig ist das alles für unsere Besucher in der Zukunft, die das fertige Gästezimmer noch nicht gesehen haben.

Dann also hier das letzte Kapitel vom Hausbau in Thailand.

Beim Bau der Straße durch den Architekten Boo wurde - anders als auf allen anderen Straßen in Pimpaka - kein Bordstein und kein Bürgersteig gebaut. Also machten wir es selbst und ich wurde zum Betonbauer, Anstreicher und Gärtner. Aber ich hatte professionelle Hilfe der absolut empfehlenswerten, preiswerten Art.
Nach dem Zementieren der Bordsteine kam der Schotter auf die Flächen vor den Mauern.

Das Team arbeitete zuverlässig bis spät in die Nacht, um rechtzeitig fertig zu werden.
Danach kam die Grundierung, der weisse Anstrich und danach die grauen Rahmen wie beim Haus.

Als alles fertig war habe ich mir erlaubt. meiner Gärtnerin Luck ins Handwerk zu pfuschen und selbst kleine Gärten an den Baumscheiben anzulegen.

Auf die für Teile unserer Nachbarschaft passende Wandgestaltung habe ich dann aber nachsichtig verzichtet.
Das helle "Waldhaus" rechts zwischen den Baumen ist unser ruhiges Domizil.

Die Morgensonne begrüßt uns am Schlafzimmerfenster...

...und die Abendsonne genießen wir auf einer der Terrassen.
Es ist schon beeindruckend, wie sich alles in weniger als zwei Jahren verändert hat.


Wohnraum im Frühjahr 2011

Wohnraum Herbst 2011


Das bett habe ich aus Deutschland mitgebracht. Es besteht unten aus 4 zusammengestellten Planschränken, in denen Bilder, Drucke, Plakate, Kartons und Papiere in großen Schubladen gelagert sind. Darauf stehen Sprungrahmen und Matratze. Hinten habe ich einen schrägen Schrank gebaut, an den man sich wunderbar beim Lesen oder Fernsehen anlehnen kann. Rundherum ist eine Ablade für Getränke, Fernbedienung usw. Auch die praktischen  Schränke unter dem Fenster sind zum Teil selbst gebaut. Der riesige Kleiderschrank wurde in Bangkok gekauft und von hervorragenden Mitarbeitern montiert. Wenn Mitarbeiter von großen, internationalen Firmen geschult sind, arbeiten sie erstklassig.



Endlich ein schönes, großes Bad neben den Schlafraum und der Terrasse. Die Edelstahl-Lampe mit zwei Metern Länge konnte ich nicht kaufen. Also mal wieder selbst machen.


Fitness mit sechs Geräten und Multitrainer
Büro und Atelier mit Zoom-Kopierer bis A3 und den üblichen Scannern, Druckern, PC und Mac.

Das wunderbare Bild von Tapies, das ich zum Glück nicht wie fast alle anderen Kunstwerke bekannter Kollegen in Düsseldorf verkauft habe, bekam einen sehr schönen Platz.

Wegen der Granitwand gab es anfangs bei Besuchern Kopfschütteln. Die wand ist aber wie ein abstraktes Bild und wurde danach oft kopiert.

Neben der Werkstatt, einem der wichtigsten Räume, der zuerst eingerichtet und mit all den Werkzeugen, Maschinen und Materialien ausgestattet wurde, liegt der Gartenraum mit entspr. Materialien und Geräten und Möbeln.




Der Fernseher im Gästezimmer wurde inzwischen gegen ein 50 Zoll-Gerät ausgetauscht. So kann man Filme und Dokumentationen genussvoller ansehen. Natürlich gibt es auch Internet.





Außerdem gibt es noch die Wohnung von Mooy, der Schwester von Luck, mehrere Abstellräume für Winterkleidung, noch nicht ausgepackte Kartons, Putzmittel und Staubsauger usw..


    
Einen konventionellen Pool wollte ich nie haben. Ich kenne keinen Farang-Pool, in dem ich Bahnen schwimmen könnte. Und mich abkühlen, entspannen, lesen und etwas Kühles trinken kann ich viel besser so.....

...ohne teure Inverstition, hohen Wasser- und Stromverbrauch und Chemie in einem Pool in Nierentisch-Form.
Wenn ich meine 1000 Meter schwimmen und Wassergymnastik machen will, habe ich um die Ecke ein Schwimmbad. Das kostet 35 Baht (umgerechnet  €0,80) für den ganzen Tag. Für die Benutzung des Fitnessraums mit Ergometern, Laufbändern, Bauchtrainern, Hantelbänken, Gymnastikbällen und Multifunktionsgeräten usw. im klimatisierten Raum bezahle ich 45 Baht für den ganzen Tag. Was will man mehr?
Auf der Terrasse vor der Küche wird gefrühstückt, geklönt und gelesen, nachdem die Markise installiert ist auch bei Regen.
Auf den Terrassen oben ist pure Entspannung angesagt.


In dem schönen und windigen Gartenhaus sind wir viel zu selten. Aber wenn Gäste kommen wird es genutzt.


Die unterschiedlichen Wetter kenne ich ja aus Deutschland, nur sind die Temperaturen hier um 20 Grad höher.
Meistens scheint die Sonne auf unseren Garten und man zieht sich in den Schatten zurück.

Nicht ganz vollständiges Gartenpanorama

Meine Gärtnerin Luck hat ein Haus zwischen Palmen, Bäumen, Sträuchern, Gemüsen und vor allem Blumen geschaffen.
Blick vom Baumplatz
Gartenweg bevor er total mit blühenden Pflanzen zugewachsen war (s. facebook)




Beim Aufzählen der Früchte des Gartens komme ich schon ins Schleudern, bei des Kräutern und Gemüsen gebe ich es wegen der Vielzahl auf. Obst: Bananen, Papaya, Jackfrucht, Mango, Kirschen, Sternfrucht, Guave, Drachenfrucht, Zitronen, Passionsfrucht usw. (da gibt es etliche, deren Namen ich mir nicht merken kann)

Und dann natürlich diese Blütenpracht....



http://www.facebook.com/media/set/?set=a.311133905644967.71097.100002450805387&type=1&l=e66490945f

So schön wie die Blüten, so farbenprächtig, dramatisch und manchmal auch bedrohlich empfinde ich den Himmel, den ich von unserer Terrasse aus beobachte. Hier nur ganz wenige meiner vielen Fotos.







Kann man sich vorstellen, dass es uns gut geht? Ich glaube ja.

Wir danken allen, die dazu beigetragen haben. Der damalige Organisator der Verkäufe und des Hausbauens, Herrr T.  Wagner, hat vor sieben Jahren in seinem Pimpaka-Plan zu unserem Grundstück geschrieben: Keine Nachbarn. Das hat mich scharf gemacht. Es ist noch immer so und wir sind damit sehr zufrieden.

Wir danken trotz aller später aufgetretenen Probleme unserem Architekten Wisit, dass er meine Pläne und Aufrisse, meine Form- und Farbvorstellungen letztlich sehr gut realisiert hat. Wir danken seinem Mitarbeiter George für seine schnelle und qualifizierte handwerkliche Arbeit. Ganz besonders danken wir unserem Gärtner, der den Garten mit über 1500 Pflanzen ausgestattet, Wege und Plätze angelegt, Bewässerungen und Elekrifizierungen gelegt und das Gartenhaus und meinen Fuß-Massage-Weg für insgesamt nur 350.000,- Baht gebaut hat. Wir danken unserem Bürgersteig-Bauer und seiner Frau, die in der kurzen Zeit in pausenloser Arbeit alles geschafft haben. Wir danken allen Lieferanten von Bilderrahmen, Elektrogeräten, Schränken und anderen Gegenständen, die fast ausnahmslos schnell und zuverlässig gearbeitet haben und immer zur Stelle waren, wenn es Reklamationen gab. Und wir danken unseren Vierbeinern, die Schlangen, Ratten und Mäuse fangen oder von uns fern halten und uns Tag und Nacht bewachen und außerdem mit ihrer Zuwendung beglücken.

Luck und ich sind dem Schicksal dankbar für die Asienkrise 1999, durch die Luck mit ihren Geschäften pleite ging und mir später für ein gutes Honorar Thailand zeigte, während ihr kleiner Kiosk in Buriram geschlossen war. Ohne Asienkrise wären wir uns nie begegnet und ich hätte diese wunderbare Familie nicht kennen gelernt.

Luck und Manfred, 21.September 2012

Montag, 10. September 2012

Mauerfall - Erinnerungen

Als ich im Zusammenhang mit einem Kulturaustausch zwischen dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Staatstheater Dresden 1986 in die DDR fuhr, war das für mich und alle anderen wie ein Kulturschock. Einerseits eine unglaublich kleinbürgerliche Spießigkeit, andererseits eine brutale Offenheit und Systemkritik bei persönlichen Gesprächen mit den Künstlern, die mir zum Teil ihre Pässe als Andenken schenken wollten: „Den brauche ich doch sowieso nicht.“

Eine Wäschtruhe zum Draufsetzen in einem Design, das im Westen selbst in den Fünfzigern zum Lachen angeregt hätte.



Von solchen Fenstern habe ich Unmengen fotografiert, da ich so etwas noch nie gesehen hatte. Nach meiner Rückkehr stelle ich beschämt fest, dass der "Charme" dieser Fenster durch die grenzenlose Armut geprägt wurde.

Als wir bei einer Bootsfahrt mit dem Raddampfer „Weltfrieden“ in einem Andenkenkörbchen neben Kitsch den Slogan „Der Sachse liebt das Reisen sehr“ entdeckten, war das Gelächter bei unseren DDR-Freunden groß. Aber es klang schrill und verzweifelt.



In der Hauptpost Dresdens fotografierte ich innen Teile der alten Ausstattung. Sofort wurde ich abgeführt und vernommen.
„Was fotografieren Sie hier?“
„Die schönen, alten Deckenlampen. Ist das verboten? Ich wusste nicht, dass ich mich auf militärischem Gebiet mit Fotografierverbot befinde.“
Auf meine Frage, ob ich mich in einem demokratischen Land befinde oder nicht, warf man mich hinaus.

Draußen verstärkte sich bei uns angesichts des allgemeinen Verfalls der Eindruck, dass das nicht mehr lange so weiter gehen kann. Die Bilder von zugemauerten Toren und Eingängen am Zwinger in Dresden und an der Akademie haben symbolischen Charakter wie der Verfall der Häuser.
 






Aber die politischen Parolen, die man überall sah, beschrieben eine völlig andere Wirklichkeit. Es wurde von Fortschritt gefaselt und gleichzeitig der Fabrikmüll in die Elbe gepumpt, die zu dieser Zeit tot war.

Die Parole am Weksgelände der am Elbufer gelegenen Fabrik lautet: "Der unzerstörbare Bruderbund mit der Sowjetunion - Fundament unseres Voranschreitens." Realkabarett.


Eines meiner Lieblingsfotos zeigt die Siegessicherheit einer riesigen SED-Parole und den Weg abwärts auf einem völlig vergammelten Verkehrsschild.




Es dauerte noch ein paar Jahre bis die Bürger der DDR zu immer größeren Demonstrationen den Mut hatten und mir schließlich 1989 einen der schönsten Tage meines Lebens bescherten.


4. September: Im Anschluss an das montägliche Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche findet eine Demonstration von etwa 1.200 Menschen statt.

25. September: Auf der Montagsdemonstration in Leipzig fordern 5.000 bis 8.000 Demonstranten demokratische Reformen und die Zulassung des Neuen Forum.

2. Oktober: Montagsdemonstration in Leipzig mit bis zu 20.000 Teilnehmern.

16. Oktober: Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren in Leipzig.

23. Oktober: 300.000 Menschen demonstrieren in Leipzig, Zehntausende in Magdeburg, Dresden, Schwerin, Zwickau, Halle, Stralsund und Berlin sowie bereits an den Vortagen in Plauen und Rostock.



Die Agonie des DDR-Systems begann für mich am 10.September 1989. Danach war praktisch alles unaufhaltsam.

1
0. September: Die ungarische Regierung öffnet in der Nacht zum 11. September die Grenze zu Österreich für DDR-Bürger. Zehntausende von DDR-Bürgern reisen in den nächsten Tagen und Wochen über Österreich in die Bundesrepublik aus. KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow bestätigt später, dass die Ungarn für diesen Schritt nicht mehr in Moskau um Erlaubnis gebeten hatten.

24. September: Die Botschaft der Bundesrepublik in Prag wird zum Sammelpunkt für DDR-Flüchtlinge, weil die CSSR die Kontrollen an der Grenze zu Ungarn verschärft.

26. September: Der stellvertretende Stasi-Minister Rudolf Mittig ruft die stellvertretenden Chefs der MfS-Bezirksverwaltungen zusammen und gibt als Parole aus, die "feindlich-oppositionellen Zusammenschlüsse" mit dem Ziel der Zerschlagung "operativ zu bearbeiten".

30. September: Die DDR lenkt im Prager Botschaftskonflikt auf sowjetischen Druck hin ein: Außenminister Genscher und Kanzleramtsminister Seiters reisen nach Prag und verkünden die Ausreiseerlaubnis für die Botschaftsbesetzer. In verriegelten Sonderzügen werden einige tausend DDR-Flüchtlinge über das Territorium der DDR in die Bundesrepublik gebracht.


Feiern zum 40. Gründungstag der DDR, 4. bis 7. Oktober 1989

Die offiziellen Feiern begannen am Abend des 4. Oktober mit einem Großen Zapfenstreich am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in Ost-Berlin. (Die Opfer des real existierenden, faschistoiden DDR-Staates waren mit „Opfer des Faschismus in Ost-Berlin“ wohl nicht gemeint.)
Erich Honecker redet. Er rühmt in seiner Jubiläumsrede die Errungenschaften der DDR und macht keinerlei Andeutungen, dass es in Zukunft Veränderungen der bisherigen Politik geben werde. Auf die Protestwelle und die Massenausreise aus der DDR geht er nur indirekt ein: »Die zügellose Verleumdungskampagne, die derzeit, international koordiniert, gegen die DDR geführt wird, zielt darauf ab, Menschen zu verwirren und Zweifel in die Kraft und die Vorzüge des Sozialismus zu säen«.

Gorbatschow besuchte die Feiern zum Gründungstag der DDR und erklärte auf die Frage eines Journalisten, ob er für die DDR angesichts der Proteste und Demonstrationen Gefahren sehe.: „Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“ Sein Sekretär machte abends in einer Pressekonferenz daraus den berühmten Satz: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“



Die Menschen schritten in den Demonstrationen voran, allerdings ganz anders, als die Parolen das "Fortschreiten" postuliert hatten.

Was geschah am 9. November?
9. November, 18.57 Uhr. In einer vom DDR-Fernsehen live übertragenen Pressekonferenz beantwortet Günter Schabowski, Mitglied des SED-Politbüros, die Frage nach Maßnahmen der Regierung gegen die Ausreisewelle mit den Worten: »Etwas haben wir ja schon getan. Ich denke, Sie kennen das. Nein? Oh, Entschuldigung. Dann sage ich es Ihnen.« 

Von einem Zettel liest er daraufhin stockend jenen Beschluss des DDR-Ministerrats vor, der in aller Welt wie eine Bombe einschlägt: »Privatreisen nach dem Ausland können ohne Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden… Die zuständigen Abteilungen Pass und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen.« Auf die Nachfrage eines Journalisten, ab wann dieser Beschluss gilt, antwortete Schabowski stockend: „ Ja, ich denke ab sofort.“

Bundestag unterbricht Debatte

20.20 Uhr. »Ab sofort können DDR-Bürger direkt über alle Grenzstellen zwischen der DDR und der Bundesrepublik ausreisen.« Als diese Eilmeldung der Nachrichten-Agenturen das Parlament in Bonn erreicht, unterbricht Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth die Sitzung.

21.00 Uhr. In Ost-Berlin wartet eine unüberschaubare Menschenmenge vor den Kontrollstellen in der Invalidenstraße, der Sonnenallee und der Bornholmer Straße darauf, in den Westen durchgelassen zu werden. Wer Reisepapiere besitzt, wird sofort abgefertigt.

Per Trabbi Richtung Westen

22.00 Uhr. Tausende von DDR-Bürgern steuern mit Trabants und Wartburgs auf die Grenzübergänge zu. Die Abfertigung vollzieht sich nur schleppend.

Brandenburger Tor ist offen

23.14 Uhr. In Ost-Berlin gibt ein Hauptmann angesichts des ungeheuren Menschenandrangs den Befehl, die Schlagbäume zu öffnen. Tausende stürmen auf Westberliner Gebiet. An den Sektorengrenzen spielen sich bewegende Szenen ab. Fremde fallen sich weinend um den Hals. Jubelnde Westberliner bilden ein Spalier für die DDR-Autos. Auf beiden Seiten des Brandenburger Tors versammeln sich Tausende von Menschen. Unbehelligt von der Grenzpolizei überwinden sie die Absperrungen und klettern auf die Mauerkrone.




Von 1986 bis 1988 besuchte ich regelmäßig meine Freundin Michaela in Ost-Berlin. Was ich da morgens und nachts (um 24 Uhr musste ich immer draußen sein) an der Bornholmer Str. an menschenverachtenden Aktionen von jungen Stasi-Grenzschnöseln gegenüber West-Rentnern und Ost-Berlinern erlebte, kann ich nie vergessen.

Sicher werde ich mir in den nächsten Wochen die SPIEGEL-Dokumentation oder andere Filme über diese unglaublichen Ereignisse im Herbst 1989 ansehen und mich wieder freuen.

Manfred Spies




(kursive Textteile wurden zitiert aus www.chronik-der-mauer.de)

Donnerstag, 30. August 2012

Thailand / Deutschland: Bürokratie

Bei der Beantragung meines ersten Jahresvisums in Thailand benötigte ich 5 Anläufe. Es dauerte sechs Monate, beschäftigte viele Mitarbeiter des Immigration Office in Korat, Beamte in Pakchong, Kriminalbeamte, Zollbeamte, Dolmetscher und Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Bangkok. Anfangs wurden die Probleme ausgelöst durch einen Beamten am BKK-Flughafen, der mit Tippex in meinem Pass herum gepinselt hatte. Das war saublöd und kriminell, und wurde natürlich mir unterstellt.


Später wurden von uns bei jedem neuen Besuch des Immigration Office immer neue, noch fehlende Dokumente verlangt. Wenn man einem Antragsteller so etwas immer nur peu á peu vermittelt, ihn immer wieder kommen und immer wieder bezahlen lässt, ist das als Schikane zu bezeichnen.
In Internet-Foren sind solche Erfahrungen massenhaft beschrieben und es wird behauptet, Thailand will keine Ausländer stationär haben, nur ihr Geld sollen sie dort lassen.

Multinationale Eheschließungen (thai/deutsch) sind sowohl in Deutschland als auch in Thailand unerwünscht und werden nach Kräften behindert. Wenn selbst der König sagt, durch die Heirat mit einem Ausländer kann der Verheiratete nicht mehr die traditionellen Werte des Heimatlandes verstehen und vertreten, spricht das Bände. (http://www.schoenes-thailand.de/startseite/analysen/5432-thailand-verweigert-dalai-lama-einreise). Nun ist die damals vom Thai-König gemeinte Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi mit einem Briten verheiratet. Auf ihn trifft also auch zu, was der König sagte. Wohin sollen die beiden nun gehen, da sie doch durch ihre Heirat angeblich alle Wurzeln zu den traditionellen Werten ihrer Heimatländer zerstört haben? Das ist eine logische Frage, aber Logik ist in Thailand unbekannt. Auch dazu gibt es im Web von Fachleuten jede Menge Infos.

Auch die Deutsche Botschaft
machte beim ersten Besuch meiner Frau in Deutschland große Schwierigkeiten. (s.u. Brief an den Botschafter) Aber danach lief alles prima und exakt nach deutschem Recht. Zwei Tage nach unserer standesamtlichen Trauung in Düsseldorf hatte sie ihre unbefristete Aufenthaltserlaubnis und ihre Arbeitserlaubnis zur selbstständigen Erwerbstätigkeit. Das alles ist in Thailand für Ausländer völlig ausgeschlossen.

SPIEGEL Online: 
„So ist Thailand: Komplizierteste Verfahren werden mit einem Lächeln gelöst. Aber wehe, es wird ein Formular oder ein Stempel benötigt. Da läuft die Bürokratie zu großer Form auf - und macht selbst die einfachsten Anliegen zu einem Hindernis-Marathon.“

Zeige mir die Anzahl der Behördenstempel, und ich sage dir, wo du bist.
Und es gibt immer neue Gesetze und Vorschriften, die von Mitarbeitern der Behörden selbst nicht gekannt oder nicht verstanden werden. Wissenslücken werden gefüllt mit eigener Interpretation oder selbst erfundenen Auflagen. Warum soll ich bei der Behörde dem Verwaltungschef die Frage beantworten: „Lieben Sie Ihre Frau?“ Natürlich habe ich lächelnd „Nein“ gesagt und meiner Luck einen Kuss gegeben. Er hat verstanden.

Aber nicht nur die Thailänder ducken sich, auch die Farangs sind für Ruhe und Ordnung (Allgemeines Preußisches Landrecht, 1794 !!!!!) und passen sich an. Mich veranlasste eine Renaissance dieses Gemeinplatzes bereits 1979 zu einer öffentlichen Interpretation.



Über diese belästigenden, unwürdigen und unlogischen Bürokratie-Akte habe ich mit einer thailändischen Freundin gesprochen und es „zum Kotzen“ gefunden. Sie fühlte sich dadurch als Thai betroffen und beleidigt.
Diesen Mangel an Differenzierung und dieses unbegründete, verallgemeinernde Gekränktsein habe ich in einem Brief an sie thematisiert. Leider kann ich im Nachhinein sagen: Das ist bei den Thai der Normalfall. Sie können nicht differenzieren. Wenn du Verhaltensweisen von einigen von ihnen kritisierst, fühlen sich alle angesprochen. Das macht jede kritische Diskussion unmöglich, hat mit "Streikultur" nichts zu tun.
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Manfred Spies und Luck Lakkhamphan, 30.8.2012

Liebe Ruschanee,
ich schätzte dich bisher als intelligente, engagierte und hilfsbereite Thailänderin, die lange im Ausland gelebt und dabei den Horizont erweitert und kritisches Denken gelernt hat. Daher bin ich betroffen und betrübt über deine Reaktion gestern am Telefon.
Weder habe ich zu irgendeinem Zeitpunkt dich noch die Thailänder allgemein angegriffen. Ursache für meinen Ärger war und ist die menschenunwürdige Behandlung der Ausländer in Thailand durch die Behörden. Thailand hat die UN-Charta der Menschenrechte unterschrieben und hält sich nicht daran. Das darf ich nicht kritisieren?
Thailand hat eine Bürokratie, über die du im Internet hundertfach haarsträubende Sachen lesen kannst. Der bekannte Thailand-Autor Günter Ruffert schreibt: "Bürokratie gibt’s in jedem Land der Welt....Die Bürokratie soll die Bevorzugung oder Benachteiligung Einzelner durch willkürliche Entscheidungen verhindern...In der Praxis sieht es aber meist ganz anders aus. Was eigentlich dazu dienen sollte, alle behördlichen Vorgänge nach dem gleichen Schema ablaufen zu lassen, dient häufig dazu, einen den Launen des hinter dem Schalter sitzenden ausgelieferten Antragsteller Hürdenläufe ausführen zu lassen....In Thailand hat man dieses Instrument zur Vollendung entwickelt."
Fühlst du dich in diese Kritik mit einbezogen, nur weil du Thailänderin bist?

Bei meinem Antrag für das "Gelbe Buch", also eine Wohnsitzbestätigung, soll ich außer sieben weiteren Unterlagen nicht nur mehrere Passbilder mitbringen, sondern auch ein Ganzkörperfoto. Warum? Soll ich auch meine Schuhgröße, mein Gewicht oder die Anzahl meiner Goldkronen angeben?

Außerdem soll mein Aufenthalt im Haus 101 Soi Pimparam 1, Pimparam Road von zwei Zeugen beglaubigt werden, die bei einer Behörde arbeiten, weil angeblich dadurch ihre Glaubwürdigkeit erwiesen ist. Abgesehen davon, dass diese Begründung auch bei Thailändern Lachanfälle auslöst, weil man angeblich genau von diesen MitarbeiterInnen gegen Geld fast alle Aussagen bekommen kann, kenne ich in meiner Nachbarschaft keine Tessaban-Mitarbeiter, die GLAUBWÜRDIGE Aussagen über mich zu Protokoll geben könnten. Im Internet ist nachzulesen, dass Lüge ein Synonym für Thailand ist und gerade hat der Thai-Finanzminister das Lügen verteidigt.

http://www.n-tv.de/politik/Finanzminister-wehrt-sich-article7048771.

html http://www.thailandinformation.de/luegen-go-hog-thailand-925-pictures.htm


Wenn ich Behördenwillkür als "zum Kotzen" bezeichne, wenn ich fast alles, was ich bei Visa-Beantragungen, bei der Heirats-Bestätigung durch die Pakchong-Verwaltung, bei der Beantragung des Gelben Buchs und anderen Behördenkontakten ebenso wie tausende anderer Farangs als pure Schikane betrachte, dann darf ich das nicht äußern?
Mein Recht auf Meinungs- und Redefreiheit endet beim Betreten des Landes des Lächelns? Und wenn ich mich über THAI-BEHÖRDEN ärgere und dies artikuliere, fühlst DU DICH persönlich angegriffen?

Alle Fakten und alle Meinungen von allen Personen, soweit die Formulierungen nicht gegen bestehendes Recht verstoßen, dürfen überall in der freien Welt geäußert werden. Nur in Diktaturen ist das anders.

Wenn im Internet steht, "Das Bild des fetten Deutschen, der nach Thailand geht, um dort kleine Mädchen zu bumsen, stimmt, aber es wird auch dazu gebraucht ("ja, ja, die primitiven Deutschen"), um davon abzulenken, dass die meisten Männer aus dem Westen dorthin gehen, egal ob jung oder alt, um ein sogenanntes sexuelles Abenteuer zu erleben....Überall sieht man alte, dicke, ekelige Maenner mit hübschen zierlichen Asiatinnen an der Seite. ...."
dann soll ich mich als Deutscher dadurch beleidigt fühlen? Nein, ich kann differenzieren. Ich weiss, dass ich gar nicht gemeint bin.

Und DU bist nicht gemeint, wenn ich Auswüchse der Thai-Bürokratie kritisiere, die mir völlig unlogisch erscheinen. 
Aber dazu hat Günter Ruffert auch etwas gesagt: "Wie jeder, der in dieses Land zieht, bald am eigenen Leibe erfahren wird, besteht eines der grössten Probleme für jeden Farang darin, die logischen Grundlagen des Thai-Denkens nicht nachvollziehen zu können. Und schon deshalb ist der Versuch, den Sinn behördlicher Entscheidungen nachvollziehbar erfassen zu können, von vornherein zum Scheitern verurteilt."

Übrigens zur Vervollständigung und zu deiner Beruhigung: Auch mit der DEUTSCHEN Bürokratie habe ich mich in ganz besonderer Weise immer wieder kritisch beschäftigt. Hier nur ein Beispiel:

Bei diesem Plakat hat sich kein Deutscher persönlich angesprochen gefühlt, aber auch Behörden und Verwaltungen in Deutschland haben mich nicht kritisiert oder meine Meinungsfreiheit einschränken wollen.

Meinen sehr heftigen Briefwechsel mit dem damaligen deutschen Botschafter in Bangkok, Herrn Dr. Christoph Brümmer, dessen Behörde meiner Frau kein Besuchsvisum ausstellen wollte, werde ich in diesem Zusammenhang mal im Blog veröffentlichen. (hiermit geschehen, s.u.) Als ich innerhalb eines Kulturaustauschs Thai-Künstler (m) nach Düsseldorf einlud, ging die Visa-Erteilung ruck-zuck. Wir haben bei Luck (w) und ihrer Schwester (w), die damals 64 Jahre alt war, bei der Einladung nach Deutschland die größten Barrieren in den Visa-Weg gestellt bekommen. Die Deutsche Botschaft vermutet bei jeder nach Deutschland kommenden Thailänderin einen Prostitutions-Hintergrund - ein ungeheuerlicher Zustand, der bis heute vom Auswärtigen Amt der Bundesregierung so beibehalten wird und über den sich tatsächlich JEDE THAILÄNDERIN aufregen und diskriminiert fühlen könnte. Aber alle schweigen.

Natürlich wird das alles nicht so offen ausgesprochen, außer von Herrn Probst, einem von mir (s. Blog) sehr geschätzten Mitarbeiter des Thailändischen Honorarkonsuls in Essen. Wenn kein prall gefülltes Thai-Bankkonto der Visa-Antragstellerin existiert, will sie wahrscheinlich in Deutschland horizontal reich werden. Wenn sie aber ein prall gefülltes Thai-Bankkonto hat, will sie vielleicht in Deutschland einen Thai-Puff eröffnen.
In Deutschalnd gibt es selbst für gefasste, verdächtigte Mörder bis zu deren Verurteilung eine Rechtsvermutung. Für Thailänderinen gilt nach den Regeln des deutschen Außenministeriums und dessen Auslandsvertretung in Thailand eine Unrechtsvermutung. Das ist ein Skandal! 

Grüße von mir mit der Bitte, alles in die richtige Schublade zu tun
Manfred Spies

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Von: manfredspies@ish.de
Betreff: Besuchs-Visum für Frau Wilailuck Lakkhamphan
Datum: 30. März 2006 22:09:31 MESZ
An: info@german-embassy.or.th
Manfred Spies, Kreative Konzepte und Kommunikation
Tannenstraße 23A, 40476 Düsseldorf, TeL.: 0211 / 451533, Fax: 0211 / 434307

An die Deutsche Botschaft Abteilung für Visa-Angelegenheiten Bangkok / Thailand
Betr.: Visum für Frau Wilailack Lakkhamphan, Ablehnung


Sehr geehrter Herr Botschafter Dr. Brümmer,
sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

gestern habe ich Ihnen ein ausführliches Schreiben zu der Ablehnung des Besuchsvisums von Frau Lakkhamphan geschickt. Das Schreiben ging Ihnen gegen 23.00 Uhr deutscher Zeit sowohl als Mail als auch als Fax zu. Obwohl die Angelegenheit wegen der gebuchten Flüge (Besuchszeitraum 13.4. - 5.7.06, Kopie der LTU-Rechnung hat Ihnen Frau Lakkhamphan bereits vorgelegt) und vieler Termine in Deutschland dringend ist, erhielt ich von Ihnen keine noch so kurze Rückmeldung auf meine Fragen. Frau Lakkhamphan teile mir mehrmals mit, dass der Visaantrag abgelehnt sei und man ihr empfahl, es in 6 Monaten noch einmal zu versuchen. Ohne Ihre Antworten auf meine Fragen zu kennen lege ich der Form halber selbst und im Namen von Frau Lakkhamphan Einspruch gegen die Ablehnung des Visums von Frau Lakkhamphan ein. Sowohl von Frau Lakkhamphan als auch von mir sind alle Dokumente erbracht und alle Formalitäten erfüllt worden.

Über die von der Deutschen Botschaft geforderte Krankenversicherung hinaus wurde für Frau Lakkhamphan auch eine Reise- eine Unfall- und eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen (Police wurde Ihnen vorgelegt). Selbstverständlich wurde auch meine Verpflichtungserklärung vorgelegt, mit der ich für die Reise, Wohn- und Verpflegungskosten und für alle von Frau Lakkhamphan sonst verursachten Kosten bürge. Die Dame erklärte mir auf wiederholtes Befragen, dass die Ablehnung ihres Visums ausschließlich deshalb erfolgte, weil sie "keine Bewegungen auf ihrem Sparbuch" (account book) nachweisen konnte. (Haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie lächerlich einfach es ist, ein Konto durch Überweisungen und Abbuchungen zu „bewegen“!!! Was ist das für ein Einreisekriterium für Mitglieder ein Landes der Denker und Dichter?!

Frau Lakkhamphan hat Ihnen ihre Rückreise nach Thailand zum terminierten Zeitpunkt versichert und erklärt, dass sie nur in Thailand die erforderlichen Dokumente für eine geplante Hochzeit mit mir zusammenstellen kann, dass sie in Thailand (Udon Thani) ein Haus hat und dass sie nur in Thailand Kontakte zu Künstlern herstellen kann, die an unserem geplanten Kulturaustausch mit Kollegen aus Düsseldorf interessiert sind. Wie gut so eine Initiative ist und wie sehr sich viele Künstler in Thailand isoliert fühlen, können Sie unter http://www.morgenwelt.de/kolumne/000501-kunstmarkt-bangkok.htm nachlesen.

In Düsseldorf soll Frau Lakkhamphan zusammen mit mir, der ich als Kreativer sehr bekannt bin und jahrelang Vorsitzender von Berufsverband Bildender Künstler war, die Düsseldorfer Szene kennen lernen und Kontakte knüpfen.
Trotz all dieser Dokumente und Argumente beurteilen sie Frau Lakkhamphan, die ein abgeschlossenes Psychologie-Studium hat und bis zur Asien-Krise eine sehr erfolgreiche selbstständige Tätigkeit nachweisen kann, mit einer Unrechtsvermutung. Sie unterstellen ihr - nur weil sie keine heftigen und voluminösen Bewegungen auf ihrem Sparkonto nachweisen kann - als Wirtschaftsflüchtling in Deutschland untertauchen und nicht nach Thailand zurückkehren zu wollen.

Noch viel unverschämtere Unterstellungen will ich hier gar nicht thematisieren, werde das aber bei weiteren Blockaden der BKK-Botschaft in den deutschen Medien nachholen.

Es kann sein, dass diese bescheidene Dame auf solche Unverschämtheiten nicht mit der nötigen Deutlichkeit reagiert. Es kann aber auch sein, dass wegen allzu häufiger negativer Erfahrungen der Deutschen Botschaft in Bangkok bei deren Mitarbeitern Teile der Menschenkenntnis verschüttet wurden. Das ist für die Betroffenen bedauerlich und kränkend.
Wer Frau Lakkhamphan real erlebt, m u s s erkennen, es hier mit einem absolut ehrlichen und korrekten Menschen zu tun zu haben. Ich bin jedenfalls als ihr zukünftiger Ehemann durch diese kriminalisierende Unrechtsvermutung, die der Ablehnung zugrunde liegt, zutiefst beleidigt und empört. 
Bei allen meinen Gesprächen mit Politikern und Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes hörte ich Zweifel an der Richtigkeit der Ablehnung aus den dargestellten Gründen. "Wenn alle Formalitäten erfüllt sind, der persönliche Eindruck der/des Reisenden positiv ist und der Einladende bürgt und objektive Gründe für die Rückkehr sprechen, ist der Kontostand der/des Reisenden irrelevant", wurde mir erklärt.

Ich möchte hier keine falschen Schlüsse ziehen, zumal ich ja bedauerlicherweise bisher noch nie eine mündliche oder schriftliche Reaktion, die ich beurteilen könnte, auf meine vielen Briefe an Sie erhalten habe. Wenn es aber zutrifft, dass im Falle meiner zukünftigen Frau wie auch angeblich in fast 90% aller anderen Fälle von Besuchsvisa für Thailänder Vorurteile als Begründung für Ablehnungen herangezogen werden, bezeichnet man das im Allgemeinen als Rassismus und es verstößt gegen alle Menschenrechtserklärungen auf der Welt.

Damit Sie einen Eindruck meiner Bonität erhalten und beurteilen können, wie erschreckend nah ich am Sozialhilfeniveau bin und wie riskant die Rückreise von Frau Lakkhamphan ist, für die ich ja trotz meiner Armut bürge, schicke ich Ihnen einige Fotos meiner Hütte.


Auf Anraten meiner guten Bekannten und wahrscheinlichen Trauzeugin, der Düsseldorfer Bürgermeisterin Gudrun Hock, werde ich Herrn Honorarkonsul Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, der Ihnen ja sicher kein Unbekannter ist, kontaktieren. Er erhält zur Information eine Kopie dieses Schreibens. Möglicherweise wird er sich auch bei Ihnen melden.

Ich erhoffe mir eine menschenwürdige Behandlung meiner zukünftigen Frau und einen positiven Ausgang ihrer Sache.
Für eine Mail-Antwort an meine Adresse wäre ich dankbar.


Mit freundlichem Gruß Manfred Spies, Düsseldorf

(Information zu den Akten: Ich habe auch nach diesem Schreiben keine Antwort der Deutschen Botschaft in Bangkok erhalten. Das liegt sicher nicht am Botschafter Dr. Christoph Brümmer. Das oben zitierte Schreiben habe ich (gottseidank) auch als Datei an Luck Lakkhamphan geschickt. Das ausgedruckte Exemplar hat sie am folgenden Tag der Botschaft vorgelegt und hatte nach 17 Minuten die Rücknahme der Ablehnung und den Visastempel in ihrem Pass. Wer sich nicht wehrt...) 

Pakchong, 30.August 2012

Sonntag, 26. August 2012

Thailand - Himmel Donnerwetter

Den gefürchteten Monsun erlebe ich fast als die schönste Jahreszeit. Die Temperaturen sind angenehm,  es regnet fast jeden Tag oder nachts und die Sonne und die schönen Wolken sind nicht nachtragend. Sie haben tagsüber auch stundenlang ihren Platz am Himmel.

Selbst als Atheist (der ursprüngliche Buddhismus kennt keinen Gott) schaue ich leidenschaftlich gern nach oben in den ebenso wunderbar wandelbaren Himmel, wie aufs Meer mit seinen stetig wechselnden Wellengesichtern.

Was ich da schon gesehen und gesammelt haben, würde ein riesiges Album füllen. Hier  nur ein paar ganz aktuelle Himmelsereignisse der letzten beiden Tage, die vielleicht erklären, warum ich diese Zeit so schätze und wie ein Hans-guck-in-die-Luft herumlaufe.

aufgenommen von der Terrasse am 25.8.2012 um 10.45Uhr

aufgenommen von der Tarrasse am 25.8.2012 um 10.46 Uhr

aufgenommen von der Terrasse am 26.8.2012 um 17.30 Uhr

aufgenommen von der Terrasse am 26.8.2012 um 18.00 Uhr

Bei Gewitter hat Luck Angst. Die Hunde haben noch viel mehr Angst. Ich gehe auf die Terrasse in die Hängematte und bin happy.

Donnernde Grüße von Luck und Manfred

Sonntag, 12. August 2012

Tote in Thailand?




Nein! Bitte keinen Schock bekommen. Was hier so aussieht wie drei Leichen, sind in Wirklichkeit nur Thailänder, die ihren Mittagsschlaf genießen. Wir haben nur bei sehr wenigen Handwerkern erlebt, dass sie keine Mittagspause brauchten. Das waren unsere Gärtner und unsere All-Round-Handwerker, die uns beim langen Bürgersteig geholfen haben. Unglaublich sympathische Leute. Der Chef der Gruppe wollte einen sicheren Job und fährt jetzt einen riesigen Lkw für MAKRO. Gut für ihn, schade für uns.
Von Asiaten weiss man allgemein, dass sie fast aus dem Stand in Tiefschlaf versinken können. Wenn der Thaihandwerker mittags den Hammer fallen lässt, fällt er selbst zusammen mit dem Werkzeug zu Boden und pennt. Ohne Unterlage, keine weiche Matratze oder Kopfkissen, einfach so.
Ich muss mal ergründen, mit welcher Technik sie das machen. Man könnte Teile der Pharma-Industrie damit ruinieren.

Ich bereite meinen Tiefschlaf jetzt mit einem Bier vor und wünsche allen in Deutschland noch einen schönen Nachmittag.

Manfred Spies am Thai-Muttertag, Sonntag, 12.8.2012

Samstag, 11. August 2012

Blog-Beiträge gelöscht

Wie angekündigt, ist jetzt der Beitrag gelöscht, der auf anonyme Bedrohungen reagierte und den klarstellenden Schriftwechsel zwischen der Fam. Nolle und mir auszugsweise dokumentierte. Der Text ist jetzt überflüssig geworden, weil die anonymen Bedrohungen schlagartig mit der Veröffentlichung aufgehört haben.

Im gleichen Arbeitsgang habe ich alle Beiträge über die nachbarschaftlichen Zwistigkeiten gelöscht, bzw. in ein Archiv-Blog verschoben, damit sie nicht verloren gehen. Man weiss ja nie. (Thailand-Pakchong - Selected Information)

Ich finde unser Blog "Beobachtungen..." ist auf diese Weise angenehmer  und erfreulicher zu lesen. Aber die Veröffentlichungen waren nicht unwichtig. Jetzt kennt man sich besser, die Fronten haben sich prima geklärt.

Luck und Manfred, entspannt.
Pakchong, Samstag, 11.August 2012

Montag, 2. Juli 2012