Dienstag, 30. April 2013

Thailand Umwelt: Der Müll Teil1

Thailand ist laut und Thailand ist bunt. Was nicht bunt ist, wird als langweilig empfunden.





Sogar das  Möbelhaus IKEA passt sich in Bangkok der kitschfreudigen Käuferschicht an und offeriert bunte Gartenlaternen, die sonst überall metallfaben angeboten werden.




Wenn ich mit dem Rad durch die Staßen unserer Pimpaka-Siedlung in Pakchong oder in die Berge der Umgebung fahre, sehe ich nicht nur bunte Häuser, sondern auch Farbenfrohes am Straßenrand. Thaimüll.





Zuerst dachte ich, so eine graue Straße oder so ein immergrüner Waldesrand sind für die Thai auf die Dauer langweilig. Da muss man hin und wieder bunte Akzente setzen, denn Tempel und Geisterhäuschen sind als Abwechslung schon ausreichend vorhanden.

Dann las ich im Internet, dass es angeblich mit der Freiheitsliebe der Thai zu tun hat. Sie machen, wass sie wollen, und selbst wenn es Regeln gibt, halten sie sich nicht daran, weil sie frei, frei, frei sein wollen. Da sitzen sie gut gelaunt auf den Pickups und futtern ihr Mitgebrachtes und saufen ihre Energie-Drinks oder Härteres und entsorgen alle Reste in noch besserer Laune in hohem Bogen auf die Straße oder deren Ränder. Thai-Freiheit, die sie meinen?
Herr „koratwerner“ schreibt in seinem Artikel über den Thai-Verkehr (ich meine jetzt den horizontalen auf Rädern) „Verkehrsregeln sind nämlich Theorie, die die Freiheitsliebe der Thailänder einschränkt“  und behauptet „da die Thailänder freiheitsliebende Menschen sind, gibt es ungeheuer viel Individualisten, die ohne Beachtung von Gebots- und Verbotsschildern, ohne Beachtung von Straßenmarkierungen und oft sogar von Ampeln, ihrem eigenen Fahrstil frönen.“
Freiheitsliebe finde ich prima, nur schade, dass 2013 an Songkran über 320 Thailänder aufgrund dieser Freiheitsliebe auch vom Erdendasein befreit wurden.
http://www.rundreise-thailand.info/songkran-fest-ist-vorbei-insgesamt-321-tote/

Dass die eigene Freiheit auch die  Freiheit der Anderen berücksichtigen muss, (Mitmenschen, Familienangehörige, Kinder und Enkelkinder) geht den Thai total „am Arsch vorbei“, das weiss jeder Verkehrsteilnehmer. Gleiches gilt für die Umwelt.

Ich habe mich bei Ausländern umgehört und viel gelesen. Die Zustände werden beklagt. Mit „farbigen Tupfern“ am Straßenrand - wie ich naiv vermutete - hat es angeblich nichts zu tun, wenn die Thai alles Gebrauchte einfach fallen lassen. Vielmehr sind Bequemlichheit, Faulheit, und Rücksichtslosigkeit die Ursachen.

Selbst Friedhöfe (hier in Pakchong) gestalten die Thai gern etwas bunter.
Da steht zwar eine Mülltonne, aber die ist immerhin zwei Meter entfernt
Auch an diesem Rastplatz in Pimpaka scheint die Mülltonne zu weit weg zu sein.

Donnerwetter! Harte Worte. Ich beobachte, schaue genauer hin in meiner kleinen Siedlung Pimpaka, die von Thai und von Ausländern bewohnt wird. Da finde ich erschreckend viel Dreck und achtlos weggeworfenen Müll, viel Bestätigung der zuerst von mir als Vorurteile angesehenen Beschreibungen.
Und nun mache ich mich ganz unbeliebt mit meiner Recherchen-Statistik: Vor den Farang-Häusern ist alles piccobello, der Müll liegt nur in den Umgebungen der Thai-Häuser.




Entsorgter Bauschutt der Arbeiter des Architekten Boo, der gern auf Versammlungen die Bewohner zur Sauberkeit und Müllbeseitigung ermahnt.

Allerdings gibt es immer Ausnahmen. Unser neuer Nachbar zum Beispiel ist noch aufmerksamer als wir und fegt das wenige Laub mehrmals am Tag weg.

Ich sehe den Abfall auf Straßen und Rändern und vor allem um die Mülltonnen herum. Die neben den Tonnen abgestellten Beutel mit Resten von Lebensmitteln werden von Ratten und Hunden aufgerissen und auf den Straßen verteilt.


Die Kanalisation ist mit Müll verstopft und das beschert den Bewohnern in der Monsunzeit kühle Fußbäder.



Es stört mich ein wenig, in so einer Umgebung zu leben. Also fange ich an zu säubern.

Mit  dem Riesenpaket von Gummihandschuhen aus Deutschland, einem großen Plastiksack und einem selbst gebastelten Müllpicker wandere ich morgens mit den Hunden durch die Straßen und reinige alles Erreichbare.
In die Wälder gehe ich nicht. Und wo die Bewohner eine eigene Mülldeponie zur Dekoration des Geländes angelegt haben, lasse ich alles in Frieden und "Freiheit" ruhen.


Mit einem Pimpaka-Straßenplan arbeite ich mich immer weiter vor.
An einer Stelle säuberte ich einen Straßenrand direkt neben Thai-Häusern. Sie hatten gegenüber drei große Tonnen zur Verfügung, aber der Straßenrand war völlig zugemüllt. Das ärgerte mich und ich räumte den Müll auf die Straße. Dort ließ ich ihn ein paar Stunden demonstrativ liegen. Danach kam er in die Tonnen.


Es gab Rückschläge und Enttäuschungen. So hatte ich über eine Stunde an einer der „buntesten“ Stellen in unserer Nachbarschaft versucht, mit deutscher Gründlichkeit nicht nur Plastiktüten, Beutel, Trinkbecher, Getränkedosen usw. einzusammeln, sondern auch jeden Strohhalm und jeden Kronkorken. Denn nur ein bisschen Sauberkeit kann nicht überzeugen.
Da an der Stelle eine zur Hälfte abgebrochene Mülltonne stand, setzte ich ersatzweise meinen großen Sack hinein. Einen neuen Sammelbehälter könnte ich mir morgen besorgen. Am folgenden Morgen packte mich die Wut. Ein armer Irrer oder ein armes Schwein hatte meinen Sack gebrauchen können und den ganzen Müll in der Umgebung entleert.


Die Enttäuschung löste sich in der Morgensonne der nächsten Tage auf, als mir immer mehr MopedfahrerInnen und Autofahrer positive Verstärkung durch Zurufe und Handzeichen gaben.
Ich traf einen erstaunten Nachbarn und sagte ihm, dass ich ein Jahr arbeiten und warten will, ob sich etwas verändert. Wenn selbst vor den Häusern von Thai-Lehrern private Müllberge liegen, kann man nicht erwarten, dass Kindern Umweltbewusstsein vermittelt wird. Man muss Geduld haben und nicht belehren wollen, nur ein Beispiel geben. Nicht nur meckern, sondern machen.

Kurz darauf sagte ich dem Nachbarn, dass ich wahrscheinlich nicht ein Jahr warten muss. Ich sehe jetzt schon sehr viel weniger achtlos weggeworfene Behälter und Tüten und um die Mülltonnen herum bleibt es relativ sauber.

Aber ein Riesenproblem ist die mangelhafte, viel zu seltene Entleerung der Mülltonnen. Für die dadurch eintretenden Katastrophen können die Bewohner gar nichts. Das ist Sache der Entsorger und der Verwaltung.
Ärgerlich ist nur, dass man durch diese Schlamperei nach dem Leeren der Tonnen wieder mehr Arbeit um die Tonnen herum hat.

Wenn der Müllmann gar nicht kommt...

...wird die Situation bei 40 Grad im Schatten gefährlich.
Ich bin sehr froh, daß einige Thai - z. B. Herr Winai und Herr Limponglee und andere Bewohner von Pimpaka sich erfolgreich dafür eingesetzt haben, die kaputten Mülltonnen zu ersetzen und einige zusätzliche Mülltonnen aufzustellen. Beantragt hatten sie 19(!) große Tonnen, zugesagt wurden 10. Das ist eine gute Aussicht.



Ich weiss auch, dass nicht nur wir den Müll ein wenig trennen und mehrere Tonnen aufgestellt haben um damit den Müllsammlern die Arbeit zu erleichtern und uns das Säubern nach dem Durchwühlen der Mülltonnen zu ersparen.

Im Fernsehen wurde berichtet über eine Großveranstaltung von Thai-Organisationen zusammen mit Greenpeace. Es ging um den Schutz der Umwelt und natürlich um Müll. Es tut sich ´was, die Regierung klärt auf, leider nur im roten Kanal.
Bis zur flächendeckenden Mülltrennung ist es ein weiter Weg - vor allem in den Köpfen der ThailänderInnen

In unterhaltsamen Werbespots wirbt die Regierung für Müllvermeidung und Mülltrennung. Das ist sehr löblich aber sicher ein langer Weg in einem Land, das angeblich täglich über 150 Millionen Plastkbeutel verbraucht und nie gelernt hat, sich über Ursache und Wirkung Gedanken zu machen.

Luck kommentierte einen Artikel über Thai-Müll im Internet:

„Sehr guter Artikel!
Ich bin Thailänderin und mir einem kritischen (kein Öko-Freak!) deutschen Mann verheiratet, der vor zwei Jahren mit einem Eimer Wasser in den Garten gerannt kam, als ich das Laub, Papier und allen Plastikmüll verbrannte. Niemals hatte ich in den Medien gehört, dass ich in dieser Weise mich und die Umwelt vergiftete. Daher sind alle Argumente in diesem Artikel wichtig.
Heute noch, aber vielleicht nicht mehr lange, wird mein Mann belächelt, wenn er bei uns in Pakchong-Pimpaka seit Wochen mit Handschuhen und einem selbst gebauten Picker den Müll von den Straßen und Waldrändern sammelt, inzwischen über 30 große Säcke. Aber er sagt, es gibt auch Lob und in Deutschland hat es eine Generation gedauert, bis eine Einsicht stattfand und und es hat mehr als zwei Generationen gedauert, bis selbst die Konservativen merkelten, dass man mit Umweltbewußtsein Politik machen kann.“


Links zum Thema:
Link: Dreck-Weg-Tag in Pattaya
http://www.wochenblitz.com/nachrichten/pattaya/38123-dutzende-freiwillige-beteiligen-sich-an-qsongkran-grossreinemach-aktionq-.html#contenttxt

Link: Allgemeiner Thai-Müll-Artikel
http://www.thailandblick.com/Seiten/thailaender-umweltbewusstsein.html

Link: Ahnlicher Artikel von Luck kommentiert
http://www.thaizeit.de/thailand-themen/news/artikel/thailand-erstickt-im-plastikmuell.html

Manfred Spies
Pakchong, 30.4.2013



Mittwoch, 17. April 2013

Thai - Wetter: Weitere Aussichten

Entspannte Grüße aus Thailand / Isaan / Pak Chong.
Es regnet seit Tagen mindestens einmal am Tag. Das erlaubt uns Ferientage ohne Bewässerungen, die wir mit dem schönen, neuen, alten Auto genießen und Fahrten in die Bergwälder und Bergdörfer unternehmen können. Luck sagt immer: Ich glaube, hier war auch Jek oder Mooy (ihre Schwestern) noch nie.

Trotz des Songkran-Rummels mit Wasserschlachten und Überschütten von weisser Farbe ohne Rücksicht auf Haut, Textiliens und Autolacke in den Ballungszentren war bei unseren einsamen Fahrten wenig los an "traditionellen Gebräuchen" (die Entwicklungen hier sind vergleichbar mit den Kommerzialisierungen und Ausartungen jeglicher Traditionen in Deutschland. Wer einen Eindruck der heutigen "Traditionen" von Songkran haben will, kann den Beitrag von Phillip Holzbauer lesen:
http://www.holzbauer.org/travel/das-kranke-songkran-festival/?c=Thailand).

Wir erlebten schöne Landschaften, von Bäumen überwachsene Straßen, mal pechscharze Erde auf den Feldern, mal chiliroter Boden. Endlose Drachenfrucht-Plantangen, die so eng gesetzt waren, dass ich um unseren ungenutzen Freiraum im Garten ein wenig trauerte: Demnach hätten wir zehnmal so viele Drachenfrüchte auf gleichen Quadratmetern pflanzen können.





Nun bekamen wir durch den Regen eine Bewässerungspause geschenkt. Aber die Tages- und Nachttemperaturen sind auch so deutlich gefallen, dass sie sich mitteleuropäischen Verhältnissen angenähert haben. Meine beiden Mitbewohnerinnen hatten heute Morgen zwar keine Rollkragenpulloven an, aber Unterhemd, Hemd und Jacke.
Was sagt nun die Wettervorhersage? Wie sind die Temperatur-Aussichten? Dazu eine Karte der Pak Chong-Wetterstation:

Na ja, das geht morgen ja deutlich in die Höhe und kann in einer Woche wieder "heiter" werden mit 40 Grad im Schatten. Aber ich bin mit großen Cocktail-Vorräten eingedeckt und kann diese eiskalt genießen.


Entspannte Grüße von Luck(etwas frierend) und Manfred(sehr leicht bekleidet)

Sonntag, 31. März 2013

Ostergedanken

Ostergedanken

(Thailand)
Wenn morgens du sehr früh erwachst,
und Reissuppe zum Frühstück machst,
wenn kurz darauf die Hitze wallt
und Krach aus großen Boxen schallt
sich grell mit Hundebellen mischt
und Gram sich gräbt in dein Gesicht
dann vergiss...

(Deutschland)
...dass anderswo die Glocken klingen
und Menschen „Hallelujah“ singen
und Kinder in die Höhe springen
weil Osterhasen Eier bringen.
Wenn Wehmut dir ins Herz will dringen
denk an den Herrn von Berlichingen.
Ganz gewiss!



Grüße von Manfred

Freitag, 29. März 2013

Computer - Ausfall total

Wie sehr wir vom Internet abhängig sind, merkt man erst, wenn nichts mehr geht: Keine Mitteilungen empfangen oder senden können, abgeschnitten von den täglichen online-Nachrichten, Kontostände und Börsenentwicklungen bleiben unbekannt.
Erst fiel der iMac aus und dann gab auch das IBM-Notebook den Geist auf. Die professionellen Werkstätten in unserer ach so sehr technisierten, von Handys, Fernsehern, Computern und dem ganzen Drumherum wimmelnden Thai-Stadt hatten nur ein Achselzucken und den Rat, alles weg zu werfen und neu zu kaufen. Und die Dateien, Adressen, Texte und Bilder?

Nach der anfänglichen Wut kehrte irgendwann Ruhe ein, und ich fand es sogar gemütlich, viel Zeit für Entspannungen zu haben.


Zum Glück erreichte ich meinen Freund Ansgar Sporkmann in Düsseldorf. Er fand zwischen all seinen vielen Terminen Zeit, mir ein paar ganz wichtige Tips zu geben. Jetzt ist fast alles wie früher, nur dass man die Prioritäten vielleicht etwas anders setzt.

Entspannte Grüße und Dank an Ansgar von Manfred Spies

Mittwoch, 20. März 2013

Thailand-Playboy

Man könnte sich hier seitenlang auslassen darüber, dass die meisten Thais Angeber sind, Äußerlichkeiten für viel wichtiger halten als innere Werte (der real existierende Buddhismus der "Gläubigen" hat mit Buddhas Lehre absolut nichts zu tun), man überall Frauen und Männer sieht, die in kleine Taschenspiegel schauen und sich pudern, schmicken oder die Frisur korrigieren. To be or not to be ist hier eine Frage von Show.

Das nimmt teilweise Formen an, die zu brüllendem Lachen reizen.
Vielleicht erheitern die typischen Thai-Bilder manche Betrachter in kälteren Zonen.




Grüße von Manfred

Freitag, 15. März 2013

Thailand - Mein Autokauf

Irgendwann kommt der Punkt, an dem man nach dreijähriger Autoabstinenz wieder ganz unabhängig vom Ausleihen fremder Fahrzeuge ein eigenes Gefährt haben möchte. Okay, meine Schwägerin mit ihrem Pickup hat uns jederzeit das Auto geliehen. Aber einen Tag oder gar mehrere konnte sie den Pickup nicht entbehren, da sie ja für ihren Shop täglich sehr viel einkaufen muss.

Mit dem eigenen Fahrzeug kann man aber mal die weitere Umgebung erkunden und für mehrere Tage unterwegs sein. Luck war dagegen. „Wir müssen nicht weg. Wir haben hier jeden Tag Urlaub. Frank, Kung, Brigitte und Paul Martini, die uns in den letzten Wochen besucht haben, sprachen alle von einem Paradies.“

Manchmal höre ich nicht auf meine liebe Frau, und das ist am Ende auch gut für sie.
Lange Monate habe ich viele Autos, die mir gefielen, auf der Straße und auf Parkplätzen fotografiert. Es waren ausnahmslos Modelle, die es schon seit vielen Jahren nicht mehr neu zu kaufen gibt. In Gesprächen mir den Besitzern waren diese sehr zufrieden, rieten mir aber von Second-Hand-Cars ab. „Die Thailänder putzen ihre Autos oft, aber sie fahren schlecht und behandeln die Motoren noch unaufmerksamer als ihre Frauen.“ Das waren ausnahmslos Aussagen von gebildeten Thais, zum Teil mit chinesischer Herkunft und Auslandserfahrung.





Jeep und Land Rover sind sehr gut, aber auch als Gebrauchte zu teuer.







Zusammen mit Luck habe ich mir Neuwagen bei Nissan, Honda, Toyota, Mazda, Ford und Isuzu angesehen. Das waren Fahrzeuge, die den von mir gewünschten Bodenabstand hatten und groß waren, aber für meinen Geschmack zu wenig Land-Rover-Assoziationen auslösten. Sie waren alle weich und rund designed und hatten den Komfort eines Wohnzimmers: AirCon, Hifi-Anlage mit massiver Beschallung, weiche Stoffsessel, Fernsehen im hinteren Teil usw.. Nix für mich.
Außerdem verbrauchen diese Wohnzimmer bis zu 18 Liter Diesel auf 100km! Auch der viel gefahrene Toyota-Fortuner hat soche technischen Daten und kostet mit der von mir gewünschten Ausstattung (Navi, Rückfahrkontrolle usw.) 1.285.000,- Baht, das sind über dreissigtausend Euro!

Einige dieser von mir angesehenen NEUEN Fahrzeige, in die viele Personen passen sollen (große Familie, politische Treffen von Jek mit vielen Personen, Transport von vielen Mönchen zu Einweihungen oder Festlichkeiten...), hatten viel Platz aber keinen einzigen Airback. Sollten wir für viel Geld einen Picobello-Gemeinschaftssarg mit vielen PS und hohem Verbrauch kaufen?

Ich fuhr mit dem Fahrrad tagelang zu Gebrauchtwagenhändlern und fand hin und wieder meine Traumautos. Aber sie waren schon 285.000 km unterwegs, hatten keinerlei Werkstatt-Papiere, waren erheblich beschädigt oder für ihr Alter viel zu teuer wie ein beschädigter Joghurtbecher mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum zum alten Preis. Nein, nein nein.


Dann gab es noch ein anderes Problem: Wenn ich z.B. den Honda-Leuten in Pakchong das Bild eines von mir favorisierten Honda SUV-Modells (Honda CR-V) zeigte, wurde mir erklärt, der Wagen sei zehn Jahre alt und würde auch nicht mehr in der Werkstatt repariert. Aber er war sehr beliebt und fährt noch hundertfach auf den Straßen! Warum ändern alle Firmen ihre Modellpolitik und bedienen nur noch die Normalos? Einzig Land-Rover und Jeep bleiben bei ihrer Linie, sind mir aber viel zu teuer.

Hier muss ich einen Nachtrag einfügen. Jetzt habe ich gesehen, dass auch diese Marken sich dem Mainstream anpassen und 2013 Autos wie alle anderen anbieten. 

Beispiel Land Rover: sah früher mehr wie ein Geländewagen aus.

Beispiel JEEP: Alle bieten diese weiche Linie an, eher ein Personen- als ein Geländewagen.

Durch Zufall erfuhr ich von einem Amerikaner im Bangkok, der von seinen vier Autos zwei verkaufen wollte. Es handelte sich um einen NISSAN Blackstar (dessen Rückfenster-Ausblick mir viel zu klein erschien) und einen FORD Everest. Der gehörte zu den Modellen, die ich erhoffte. Zwar war der Wagen schon 8 Jahre alt, hatte aber nur 67.600km drauf. Im Vergleich zu allem, was ich gesehen und angeboten bekommen hatte, fand ich den Preis sensationell: 400.000,- Baht.

Der Rest ist schnell erzählt: Sofort mit dem Bus nach Bangkok gefahren, von der Frau des Amis abgeholt, der Mann ist als Vietnam-Veteran inzwischen wegen Agent Orange krebskrank aber sehr reich entschädigt und will nicht mehr. Also weg mit all dem Überflüssigen.
Der Everest sieht cool aus, ist checkheft-gepflegt und alle 5000km in der Werkstatt nachgesehen worden, hat neue Reifen und eine neue Batterie und auch sonst alles, was ich brauche. Er machte meiner Meinung nach seinem Namen alle Ehre.
Zack Bum gekauft, viel von Luck kontrolliertes Vertrags-Papier unterschrieben und 50% angezahlt.

Und siehe da, Luck ist auch sehr zufrieden. Da haben wir mit den Börsengewinnen seit Januar ein prima Auto bezahlt.
Schönes Auto, leckeres Freudenessen bei gutem Wein, herrlicher Sonnenuntergang auf der Terrasse - was will man mehr.