Sonntag, 11. Dezember 2022

Tierklinik der Prinzessin Chulabhorm, Nähe Pak Chong

Tierklinik, Art Gallery und Forschungseinrichtungen der Prinzessin Chulabhorm Walailuck in der Nähe von Pak Chong

Außerhalb des Khao Yai Nationalparks, nicht weit entfernt von der Sehenswürdigkeit Toscana Valley, liegt das Tierhospital der Prinzessin.

 

Sie hat Chemie studiert und schloss 1979 ihr Studium an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Kasetsart-Universität mit einem Bachelor of Science, First Class Honours, ab. Sie setzte ihr Studium der Naturwissenschaften an der Mahidol University fort, wo sie 1985 promoviert wurde. Sie war Gastdozentin für Chemie an der Mahidol University. Chulabhorns besonderes Interesse gilt heute dem Einsatz natürlicher Substanzen und deren technisch-chemischer Behandlung für die Medizin von Mensch und Tier.

Sie ist auch Präsidentin des Chulabhorn Research Institute. Sie wurde 1986 für ihre Bemühungen zur Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der UNESCO-Einstein-Medaille ausgezeichnet und war die erste Asiatin, die eingeladen wurde, der Royal Society of Chemistry im Vereinigten Königreich als Honorary Fellow beizutreten.



die Prinzessin hift bei Operationen, Steriliierungn und Kastrationen, Imfen usw.

die Tierklinik im Park, der zum Spazierengehen und Ausruhen einläd









Man kann sich mit mehreren Personen herum fahren lassen

Die Prinzessin interessierte sich schon immer für Musik und Kunst.

Später im Jahr 2019 erhielt sie einen Ph.D. in Bildender Kunst an der Fakultät für Malerei, Bildhauerei und Grafik der Silpakorn-Universität.


Eine Auswahl ihrer kreativen Arbeiten zeigt sie Besuchern in einer Art Gallery. Ich habe die Bilder so geordnet, dass es ein angenehmer Rundgang wird. Kurze Erklärungen bei den Bildern.


Am Eingang kann man anhand der Schuhe (minus Mitarbeiter:innen) die Anzahl der Besucher sehen. Wir waren die ganze Zeit alleine.


In der Eingangshalle gibt es Hinweise auf die Königsfamilie

Arbeitszimmer der Prinzessin

Arbeitstisch der Prinzessin

Ausstellungsräume, manchmal war der helle, spiegelnde Fußboden
etwas irritierend




die Prinzessin mit Saiteninstrument

Leopard mit Fantasie-Zeichnung


und immer wieder Raubkatzen



großes Stoffbild

Bild-Plastik eines Tigers

Materialbild

Tiere als Drahtplastiken

Zum Glück für Rollstuhlfahrer:innen gab es in die drei oberen Etagen
einen großen Aufzug

Faszinierend war der Durchgang in einen märchenhaften Videoraum

Der Videorraum hatte einen an die Wände prijizierten Dschungel, durch den sich Raubtiere bewegten.

In einem LEGO-Raum werden aus LEGO-Steinen gebaute
Gebäude, Fahrzeuge und Figuren gezeigt



Vogel-Zeichnung

3 Meter große Vogelfigur aus Stoff

Schmetterling und Blüte

Schmetterling in Farben

Blaue Blume

Tür

Vorhang

Es gab auch einen Shop mit von der Prinzessin kreierten
Shirts, Figuren, Schmuck und Parfüms

In der oberen Etage befand sich ein wunderbarer Theatersaal

Mich faszinierte der Spiegelsaal. Albert Rösti, der das alles organisiert hatte,
rollte mich stundenlang überall hin. Danke.



Blick auf die Café-Terrasse und der Park

Wer die unglaubliche Vielzahl der Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und Techniken ansieht, könnte dahinter ein Lebenswerk vermuten. Es wird aber nur ein Teil ihres Schaffens präsentiert. Leicht festzustellen ist die Vorliebe der Prinzessin für Raubkasten. Jaguar, Leopard und Gepard sind beliebte Motive.

Der Besuch der Gallery ist kostenlos. Für eine Stärkung ist in 2 Cafés gesorgt.


Anfahrt:

Von Pak Chong oder von der Autobahn A2 fährt man auf der 2090 in Richtung Khao Yai. Wenige Kilometer vor dem Eingang zum Nationalpark geht es links ab auf die 3052. Die Straße immer geradeaus bis zum Toscana Valley. Etwa 2 Km hinter dessen Einfahrt biegt rechts eine kleine Straße rechts ab mit einem kleinen Schild Animal Hospital.





Manfred Spies, 9.12.2022

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Krank in Thailand Nr. 9

Krank in Thailand Nr. 9 (Kurze Report-Story)


In den letzten Jahren habe ich schon oft unter diesem Titel Erfahrungen positiver, aber leider viel häufiger negativer Art mitgeteilt. Wenn ich in staatlichen Krankenhäusern fotografieren dürfte, wären die Horrorberichte noch beeindruckender, wenn nicht „erdrückender“.

Ich erlebte nun schon zum wiederholten Mal, wie neben mir Patienten fast 20 Minuten lang mit rhythmischem Pressen am Leben gehalten werden sollten.Da bekommt das Wort „erdrückend“ eine ganz andere Bedeutung. Die Patienten kamen zusammen mit mir in die Notaufnahme, erklärten den Ärzten ihre Anamnese und waren kurz danach tot.

 

Heute war ich zur Blutabnahme für eine Laboruntersuchung im Nana-Hospital in Pak Chong. Ankunft 8 Uhr. Rollstühle nicht in Sicht. Eine Edelstahl(?)-Rollliege wurde herangeholt. Es fehlte die dünne Schaumstoffauflage und ich wurde in die Stahlwanne gebettet. „Werde ich jetzt sofort in die Pathologie gefahren?“ brülle ich und wälzte mich trotz meiner Behinderung aus der Wanne. Nach einigen Minuten bekam ich eine Art Rollstuhl-Ruine: Der Sitz war so tief, als wenn ich auf einem Nachttopf säße, die Polster der Armlehne fehlten und die klappbaren Fußstützen ließen sich nicht hochgeklappt arretieren. Der Versuch, einen Rollstuhl mit runter geklappten Fußstützen zu verlassen ist für einen Gehbehinderten eine akrobatische Herausforderung. Die Bremse war an einer Seite verbogen und Luck schob mich einseitig gebremst durch das Labyrinth der Gänge. Bei den Auffahrten neben den kurzen Treppen war das nur mit zwei Helfern möglich.


Der Stich in die Vene erfolgte um 9 Uhr. Auf dem Laufzettel stand „Laborergebnis 11 Uhr“. Wenn dann normalerweise der Arzt die Werte gesichtet und evtl. neue Medikamente verschrieben hat und wir diese in der Klinikapotheke besorgt hatten, war ein Mittagessen um 12 Uhr zuhause möglich. Aber heute holte Luck das Mittagessen von 7eleven und wir waren erst um 17.15 zuhause.


Das kam so: Angeblich war die Laborarbeit für mich sehr aufwendig, viele Werte und dazu noch Leber und Niere. Aber ein Diabetes-Langzeitwert wurde vergessen!

Ab 9 UHR verging viel Zeit, mein Warteplatz draußen in der Sonne  wanderte mittags in den Schatten, die Ärzte machten Pause und nach einer Stunde um 13 Uhr sollten sie mit Futtern fertig sein. 



Also rollten wir schließlich nach drinnen, wo noch weitere 30 Rollstuhl-Patienten mit unterschiedlichen Gebrechen auf die Aufrufe ihrer Nummern und ärztliche Hilfe warteten. Luck parkte mich in Corona-Abstand neben der Reihe und ging um die Ecke, weil sie da die Lautsprecher-Aufrufe besser hören konnte. 

Ein weisshaariger alter Mann, der neben mir vor wenigen Minuten einem Arzt seine Probleme geschildert hatte, wische mit seiner erstaunlich gepflegten Hand über ein Smartphone. Ich las in meinem Taschenbuch, als mich ein klapperndes Geräusch aufmerken lies. Dem Weisshaarigen war das Handy aus der Hand gefallen und er saß nach vorne gebeugt. Ich verkürzte die eineinhalb Meter Abstand und tastete nach seinem Hals. Dann rief ich „HEELP! PROBLEM!“ Ich schildere das nur, um zu zeigen, welche Gründe es in Thai-Hospitälern - wohl bemerkt in staatlichen - für die zeitlichen Verzögerungen des Nach-Hause-Fahrens gibt.

 

Natürlich kamen nach und nach mehrere Ärzte, die sich mit dem heftigen Pressen (s.o.) abwechselten. Ich rollte mich in einen anderen Gang und wartete nicht das Herbeischaffen von technischen Geräten zur Reanimation ab. Mich ekelte auch an, wie sich plötzlich Lahme aus ihren Rollstühlen erhoben und ihre Handys bedienten.


Nachdem wir nach zwei weiteren Wartestunden von einer Ärztin erfuhren, wie unglaublich gut meine Werte sind, ging Luck mit ihrem Zettelkram zum „Pharmacy Department“, gab das Rezept ab und zog eine Nummer. Nach 45 Minuten wurde sie aufgerufen, bekam ein Pillen-Paket enormen Ausmaßes, das in keine übliche Hausapotheke gepasst hätte und zahlte vergleichsweise wenig für den ganzen Tag interessanter Eindrücke.


Nicht nur ich schrieb 2012 in einem Blog-Beitrag, sondern vor genau 20 Jahren spottete Günter Ruffert in seinem Buch „Farang in Thailand“, dass es „Bürokratie überall in der Welt gibt. Aber Thailand ist unangefochten Weltmeister.“ Wir kennen alle die sich jährlich wiederholenden Papiere zur Visa-Ausstellung. Hat schon mal jemand die gigantischen Ordnermengen in den Büros betrachtet? Ich fragte mal einen Beamten, wer in diese sich jährlich wiederholenden Aktenberge schaut. „Niemand.“ Der Mann war ehrlich. Einen ähnlichen Papieraufwand treiben im digitalen Zeitalter die staatlichen Hospitäler. Ich habe aufgehört, mich zu ärgern. Ich wundere mich nur, dass niemandem auffällt, welcher Schaden in Thailand durch die hunderte Milliarden verlorener Arbeitsstunden entsteht, weil man überall wartet, wartet, wartet…


Immerhin habe ich heute einen kleinen Sonnenbrand, meine Werte sind sehr befriedigend, ich habe sehr viele Menschen mit gewaltigen Leiden gesehen, was meine Probleme deutlich keiner erscheinen lässt und es gab einen echten Toten. Heute brauche ich abends keine TV-Ablenkung.


Manfred Spies, 8.12.2022