Sonntag, 22. Februar 2015

Partyregen - trotzdem Lächeln

Heute am Morgen gab es einen schönen Sonnenaufgang, den ganzen Tag über strahlende Sonne mit Cumulus und blauem Himmel und am Abend einen herrlichen Sonnenuntergang.
Tagsüber war ich unterwegs um hier und in Europa mal zu zeigen, dass es auch in Thailand neben Holzhäusern auf Pfählen, Wellblechhütten und den immer gleichen, ziegelgedeckten Satteldach-Bauten auch moderne Architektur gibt. Direkt in unserer Umgebung.









Diese Häuser stehen fast alle in der direkten Umgebung von Pakchong, allerdings etwas außerhalb und an den Bergen in einer wunderschönen Landschaft. Da sie nur am Wochenende genutzt werden, wenn sich die Eigentümer alle Vorräte aus Bangkok mitbringen, benötigen diese keine Infrastruktur.


Natürlich sind das keine armen Leute, denn sie wohnen und arbeiten meist in Bangkok und alle diese Häuser sind nur für Wochenendbesuche gebaut. Aber schön sind sie.
Als ich meine ersten Pläne für unser Haus im bauhaus-Stil mit Flachdach zeichnete, sagten man mir von allen Seiten: Unmöglich. Das geht nicht. Aber ich bin jetzt auch mit unserem konventionellen Haus zufrieden. Allerdings: Die Ästhetik dieser modernen Bauten muss für jeden Besitzer bei jedem Betreten eine Freude sein.


Bei meiner heutigen Tour kam ich auch an wunderschönen Parks vorbei, hoch über Pakchong, ganz still und einsam gelegen. Ich muss noch klären, was das ist. Die Häuser im Park schienen verlassen, die Pools waren leer und ungepflegt.






Warum konnte es gestern nicht ähnlich schönes Wetter geben. Unsere Freunde feierten die Hauseinweihung und die Ehefrau von René betete noch am Nachmittag für eine regenfreie Party.

Das Wetter macht, was es will, da hilft kein Beten.
Wir kamen nachmittags an und es war eine gute Zeit für entspanntes Klönen. Die Party unter dem großen Zelt mit aufwendig eingepackten Plastikstühlen und den typischen, bis auf den Boden reichenden, drapierten Tischdecken sollte erst gegen 18 Uhr beginnen.
Als wir uns bereits eine Stunde früher unter das Zelt begaben, sagte ich zu René: "Schau mal in die Richtung, woher der Wind kommt. In fünf Minuten haben wir Regen. Der Himmel ist dunkel. Das dauert lang."


Leider hatte ich Recht.
Die riesigen Lautsprecher von der Bühne dröhnten dermaßen, dass der ganze Himmel erschüttert wurde und es sofort nass wurde. Die in typischer Thaiart chaotisch wirkende Küche mit ihrem Personal saß abwartend vor den Vorräten und riesigen Töpfen. Von einer Wettervorhersage hatte hier offenbar noch nie jemand etwas gehört.
Die Stimmung unter dem Zelt war bei beginnendem Regen gut. Auch als das Wasser an den Zeltnähten herabstürzte und der gesamte Boden unter dem Zelt sich in eine lehmige Moorlandschaft verwandelte, gab es keine Panik und keinen Ärger. 

Draußen regnet es bereits, aber unter dem zelt ist die Stimmung gut



Die Musikanlage hielt eine zeitlang bei Regen durch. Dann gab es einen oder mehrere Kurzschlüsse, auch das Licht fiel aus und es war eine wunderbare Ruhe. Nur das meditative Rauschen des Regens war zu hören.

Das Küchenteam war zum Warten verurteilt


Manche Besucher versuchten mit Musik das Magenknurren zu übertönen

Wenn es in Thailand regnet, dann regnet es richtig.


Der Boden im Zelt hatte nach kurzer Zeit eine interessante Konsistenz

Es heisst: Spinne am Abend, erquickend und labend. Davon konnte jetzt keine Rede sein.

Das Einzige, was in den Gläsern - nicht zum Verzehr - gesammelt wurde, waren die großen Insekten, die durch das Licht angelockt wurden.

Die Dame mit den High Heels hatte Probleme....

.....das Kochpersonal löste das Problem sehr pragmatisch

Nachdem man sich durch den Schlamm in sichere Gefilde begeben und die Beine und Füße gesäubert hatte, gab es endlich sehr leckere Gerichte, auf die sich nicht nur die Ausländer (Farang) stürzten. Was unter diesem Umständen das Kochpersonal auf die vielen Tische zauberte, verdient allerhöchste Anerkennung!






Während die anderen für weiteren Nachschub sorgten, saßen ein paar einsame Dokumentaristen an den Tischen und warteten auf neue Ereignisse.


Auch das gesamte Dorf mit Polizei und Bürgermeister war hungrig gekommen.

Die Geschenke mussten natürlich inclusive der Schenkenden dokumentiert werden.

Ein wenig traurig machte mich die Mühe des emsigen Kochpersonals, die nach dem Regen auch an die noch immer gedeckten Tische die Leckereien stellten, obwohl kein weiterer Gast mehr kam.


Da die Bühne vor dem leeren Zelt aufgebaut war, bekam kein Gast die Vorführungen der Tänzerinnen und Sänger mit.




Nach dem Essen hielt es einige Gäste nicht auf den Stühlen. Es musste getanzt werden.




Insgesamt war es ein schöner, ereignisreicher Abend, wenn auch mit ungeahnten Überraschungen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei den Gastgebern Nang und René ganz, ganz herzlich bedanken für die Einladung zu diesem Fest und besonders für das leckere Essen.


Luck und Manfred am 22.2.2015









Montag, 16. Februar 2015

Hundeleben in Pak Chong

Die Arbeiter des bekannten Architekten Winai in Pakchong, der auch die neue TOYOTA-Zentrale gebaut hat, fahren jeden Morgen bei meinem Hunde-Spaziergang "volles Rohr" mit dem Pickup an mir vorbei. Am Morgen liebt der Fahrer ein morgendlich.mörderisches Tempo. Ich begebe mich meist auf die Flucht wegen des aufgewirbelten Drecks.

Am Samstag, 14.2.2015 war ich morgens gegen 7.30 Uhr mit den sechs eigenen und zwei Hunden aus der Nachbarschaft unterwegs, Die Hunde laufen natürlich oft hin und her und sind nicht immer vorsichtig. Das haben sie von den Schulkindern und den Mopedfahrern gelernt. Ich sah den weissen Pickupt kommen und rief die vielen Hunde  links auf meine Seite. Aber es waren einige langsam und kamen nicht sofort. Der Fahrer verlangsamte sein Tempo nicht und erwischte die kleine Bonus voll an der ganzen Seite. Sie schrie so erbärmlich, dass man es noch 100 Meter weit hören konnte. Ich schrie lauter. 

Den Pickup-Fahrer und seine fünf oder sechs Arbeiter auf der Ladefläche schien das nicht zu stören. Der Wagen donnerte die Straße bis zum Winai-Grundstück weiter und hinterliess eine Staubwolke. Über die Fahrweise dieses Arschlochs regen sich bereits verschiedene Anwohner schon lange auf.

Ich rannte zu dem schreienden kleinen Hund, der wild um sich schnappend sich windete und ich wollte helfen. Sofort verbiss er sich dermaßen heftig in meinem Arm, dass ich ihn mit seinem ganzen Gewicht von 13 Kilo in meinem Fleisch hängen hatte, als ich den Arm nach oben riss. Das war ein Anblick und ein Gefühl, dass mich noch heute traumatisiert.

tiefe Bisswunde



Die Wunde war sehr tief und blutete stark. Die kleine Bonus lag inzwischen etwas beruhigt am Straßenrand und ließ sich streicheln. Ich rannte also nach Hause, um die Wunde zu reinigen und zu verbinden und zum Arzt zu fahren. Vorher suchten wir die ganze Gegend nach Bonus ab, die an der Unfallstelle nicht mehr zu finden war. Nach der Rückkehr vom Arzt war sie auf zwei linken Beinen nach Hause gekrochen, lag vor dem Tor und wedelte mit ihrem Schwanz, als sie meine Stimme hörte.

Man muss wissen, dass ich diesen kleinen Hund, der von seinem Besitzer Apichai (Boo) - auch ein bekannter und wegen seiner „hochwertigen“ Arbeit sehr beliebter Architekt - mit seinen anderen Hunden ohne Nahrung auf die Straße befördert worden war, in mein Herz geschlossen hatte, als ich die ausgesetzten Hunde fütterte. Danach haben wir Bonus und den kleinen Bruder bei uns aufgenommen (s. Blog)
Bonus hatte gesundheitliche Probleme und war leider oft in der Tierklinik. Aber sie war immer fröhlich und spielte gern mit dem Brüderlichen.

Fütterung der von Herrn Apichai auf die Straße beförderten Hunde und Welpen

mein kleiner Liebling - bis heute beruht die Zuneigung auf Gegenseitigkeit
Bonus zwar krank, aber immer lustig und spielend


Bei der vom Winai-Pickup überfahrenen Bonus ergaben In der Tierklinik die Röntgenbilder einen gequetschten rechten Vorderfuß, eine Bauchprellung, ein ausgerenktes Hüftgelenk und einen gebrochenen, rechten Hüftknochen.
Nach einem Tag- und Nachtaufenthalt in der Klinik durfte sie wieder nach Hause. Ich fand es rührend, wie sie mich am nächsten Morgen begrüßte. Und ich fand es unglaublich, dass sie mir die ersten 50 Meter auf zwei linken Füßen hoppelnd folgte. Wie hält sie dabei das Gleichgewicht?

schwer verletzte Hündin Bonus


Luck und ihre Schwester Jek waren ganz unthaimäßig wütend und wollten wissen, ob ich mit meiner Fahrervermutung und den Ziffern des Auto-Kennzeichens recht hatte. Ihre Recherchen am frühen Sonntagmorgen waren aufschlussreich. Die Herkunft des Fahrzeugs
ist geklärt: Architekt Winai. Wer hat das Fahrzeug gesteuert? Darüber gibt es dermaßen märchenhafte Darstellungen, dass man alles nur als Thailand-typisches Lügen-Kulturgut klassifizieren kann. 

weisser Pickup von Winai-Arbeitern


Die Arbeiter des bekannten Architekten Winai bezichtigten einen Kollegen als Fahrer und gaben den „Unfall“ zu. Der Architekt Winai behauptete angeblich, den Wagen selbst gesteuert zu haben, sehr langsam gefahren zu sein - wie immer - und den Hund zwar überfahren zu haben, aber weil dieser unvorsichtig vor das Auto gelaufen sei träfe ihn keine Schuld. „Die Hunde gehören an die Leine!“ war sein Argument.
Nun ist zu klären, ob der bekannte Architekt Winai bei seinen mutmaßlichen Behauptungen bleibt (die eindeutig unwahr sind), ob er einlenkt und seinen Fahrer zu einer Entschuldigung veranlasst und irgendwer die Tierklinik-Kosten übernimmt und wir damit bereit sind, keine weiteren Schritte einzuleiten. Wir willen keinen Streit um jeden Preis. Aber wenn ein Auto einen Schaden verursacht und wegfährt, ist das strafbar. Auch wenn ein Hund zu Schaden kommt.

Der Anwalt würde Herrn Winai fragen;
- wenn Sie tatsächlich am Steuer waren, sagen Sie mal, aus welcher Richtung der unvorsichtige Hund kam?
- wenn Sie tatsächlich am Steuer saßen, haben Sie ja sicher angesichts der vielen Hunde auf der Straße gestoppt? Wenn nicht, wäre das gegen Vorschriften.
- wenn Sie tatsächlich an Steuer waren, haben Sie doch sicher die Schreie des Hundes und des Ausländers gehört. Haben Sie gestoppt oder sind Sie einfach weiter gefahren?
- wenn Sie den Unfall zwar bemerkt haben, aber weiter gefahren sind, ist das eine strafbare Handlung.
- wenn Sie der Meinung sind, alle diese Hunde geören an die Leine, welche Art von Leinen schlagen Sie für all die unvorsichtigen Kinder und Mopedfahrer vor?
- haben Sie bei allen anderen Hundebesitzern angeleinte Hunde gesehen oder sehen Sie nur Hunde ohne Leine, die überfahren werden können, weil sie selbst Schuld haben?
- habe Sie jemals etwas darüber gehört, dass sich jeder Autofahrer auch dann rücksichtsvoll zu verhalten hat, wenn andere sich rücksichtslos verhalten? ER MUSS VERSUCHEN, UNFÄLLE ZU VERHINDERN!

Im Falle eines  uneinsichtigen Verhaltens müsste der Anwalt diese Fragen vor Gericht wiederholen und das Gericht würde Herrn Winai bitten, nun endlich zuzugeben, das er selbst an diesem Morgen gar nicht im Auto saß.
Dann werden die Fragen dem tatsächlichen Fahrer gestellt.
Wir waren und sind IMMER zur Kooperation und zum Reden und Verstehen bereit. Das kann man in unendlich vielen Beiträgen nachlesen. ABER: Auf gar keinen Fall bin ich bereit, mich in die Reihe der Duckmäuser, Anpasser, Arschkriecher, Speichellecker und Schleimscheisser zu begeben. Auf keinen Fall! Das sollte man in Zeiten der weltweiten Verteidigung von Meinungsfreiheit und Menschenrechten gelernt haben. Aber meist wird mir aus der Umgebung verständnislos geantwortet
„Wat is dat denn?“
„Was ischt los? Gitz das? Das chasch grad vergässe!“

Wir sind bereit, mit Herrn Winai und seinen Arbeitern eine Lösung auf Augenhöhe zu finden. Ich bin ebenso bereit, mit dem stellvertretenden Bürgermeister Khun Lith zu sprechen (s. folgenden Blog Beitrag über Pimpaka-Straßen).

Meine Familie hat entsprechend angekündigt, dass nach Weigerungen die Polizei Strafanträge entgegen nimmt und Gerichte entscheiden müssen. Da würde ich sehr gern im Vorfeld viel Geld an einen guten Anwalt bezahlen wollen. Ich möchte wissen, in welchem geistigen Klima ich lebe. Zivilisation oder Steinzeit? Und ich habe immer so gehandelt, selbst wenn mir meine Anwälte in Deutschland abgeraten haben. (s. Wikipedia). Der aufrechte Gang ist eine sehr gesunde Art der Fortbewegung.

Meines Wissens nach hat Thailand als eines der ganz wenigen Länder an den Trauerfeiern für Nelson Mandela NICHT teilgenommen. Meines Wissens nach hat sich Thailand mit keinem Wort in der letzten Zeit zu dem Terror gegen die Meinungsfreiheit und gegen Andersdenkende engagiert geäußert. Okay, ich will genau wissen, wo ich lebe.

Übrigens empfehle ich als Bettlektüre das Buch „Unbequem“ von Utz Claassen“, einem der erfolgreichsten Industriemanager in Deutschland. Er sagte „ Unbequeme Denker sind langfristig die Erfolgreichsten…Kritisches Denken führt zu Innovationen…" Alle meine Vorbilder waren so gestrickt, das werde ich auch in diesem Land bei allem Respekt nicht aufgeben.

Grüße von Manfred Spies, 16.2.2015

Sonntag, 15. Februar 2015

Winterfeuer in Thailand

Der Thai-Winter ist trocken. Zumindest in unserer Gegend im Isaan regnet es sehr selten. Berge von Laub und trocknen Ästen bedecken die Straßenränder und den Waldboden. Ja, wir sind umgeben von Wald, der aber nicht immer so saftig grün ist, wie auf dem Foto.


Wenn wir erleben, wie sorglos die Thailänder in dieser Jahreszeit das Laub an den Straßenrändern verbrennen - natürlich sehr gern zusammen mit dem lästigen Plastikmüll - wird uns manchmal ganz mulmig. Wenn wir erleben, wie abends an den Straßenrändern die Farmer riesige Flächen abfackeln - das ist natürlich alles inzwischen verboten, aber man fährt hier zulande ja auch sehr gern bei Rot über die Kreuzung - wundern wir uns, dass nicht mehr passiert.


Als wir heute am Nachmittag nach Hause kamen, stand hilfesuchend ein Mann vor unserem Tor und wies auf eine Rauchwolke am Ende der Strasse hin. Da gab es wohl ein kleines Lagerfeuerchen, vielleicht von einer achtlos weg geworfenen Zigarette, vielleicht wollte sich ein Thaiwaldschrat im Gebüsch ein Käffchen kochen.
Das Lagerfeuerchen wurde in wenigen Minuten zu einem Waldbrand, angefacht durch einen wohlmeinenden Nordwind. Der trieb das Feuer nicht auf unser Haus zu, aber alle Häuser gegenüber waren gefährdet. Die Bewohner kamen gemächlich aus den Häusern und entschlossen sich, mit ihren Gartenschläuchen der Feuerwalze Einhalt zu gebieten. 




Ich flitzte ins Haus, setzte die starke Pumpe unseres Wassertanks unter dem Haus in Gang und wuchtete den dicken Schlauch auf die Straße. natürlich war er nicht lang genug, aber es reichte, um den gesamten Bereich dort zu nässen, wo das Feuer noch nicht war. Als es dann in unsere unmittelbare Nähe kam, war ich sehr erfreut zu sehen, wie der dicke Strahl alles sofort löschen konnte. Aber die Straße der Nachbarn ist lang und ich konnte nur den ersten Teil abdecken. 



Das gelöschte Feuer verursachte einen beißenden Qualm, der bald die ganze Gegend einhüllte. Außer mir hatte niemand einen Mundschutz. Es war Wahnsinn! Da kamen dann auch Mütter und Väter mit ihren Kleinkindern auf dem Moped und fotografierten ausgiebig mitten im Qualm das Feuer. Ich hätte sie am liebsten mit dem dicken Wasserstrahl verjagt. 




Ein junger Mann nahm mit nach einiger Zeit den Schlauch ab und half. UND DANN KAM TATSÄCHLICH NACH ETWA 20 MINUTEN DIE ÖRTLICHE FEUERWEHR! Sie ist in etwa 1 km Entfernung stationiert, aber es war ja Sonntag und da haben die Behörden geschlossen. Und die Freiwilligen futtern und palavern zu Hause und es ist offenbar niemand in Bereitschaft.

Die Wasserfontäne der Feuerwehr war gewaltig, das muss man sagen. Damit war die Gefahr gebannt. Aber wir löschten mit unserem Schlauch weiter, denn der Brand hatte eine große Fläche erreicht und die Feuerwehr konnte nicht überall sein.




Schließlich stand der Feuerwehrvagen bei uns und bat um etwas Wasser. Ihr Tank war leer. Zum Glück war das Feuer überall aus und Luck musste den Feuerwehrmännern nur beim Händewaschen helfen.



Die Verwüstungen sind gewaltig für den relativ kurzen Brand. Nun sieht man auch die ganzen Sauereien der Bauarbeiter und der Hausbesitzer und das Gerümpel, dass sie im Wald entsorgt haben.




An einer Straße hatte das Feuer begonnen, aber der Nordwind trieb es in die entgegen gesetzte Richtung. Glück für die Bewohner

Siehe auch früherer Blog-Beitrag über das Kokeln der Thailänder:


Manfred Spies am 16. Februar 2015

Montag, 12. Januar 2015

MAHAN AIR - sehr empfehlenswert

 
Es begann mit einem Hinweis eines Bekannten, der von meiner Absicht wusste, so schnell wie moeglich nach Thailand zurueck zu fliegen. Er gab mir die Telefonnummer eines Reisebueros, mit dem er sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Der Bekannte ist sehr schwer und sehr gross und benoetigt im Flugzeug viel Platz. Er fliegt also Buisiness und zahlt dafuer nur etwas mehr, als in der Economy-Class anderer Linien.
Ich rief  ATE  Reisen (Alternativ Travel Express) in Krefeld unter 0251-802081 an und sprach mit Herrn Abuhamzeh. Der Flug mit einem Airbus A310 von Duesseldorf ueber Teheran (2 Stunden Stop) nach Bangkok kostet Euro 428,-. Das war WESENTLICH preiswerter, als alle Angebote meiner bisherigen Recherchen. Ein weiterer Vorteil war, dass ich per Bankueberweisung zahlen konnte, also keine Kreditkarte brauchte.
Nun moegen ja Kreditkarten fuer Leute gut sein, die kein Bargeld haben und auch gern Kredite in Anspruch nehmen. Ich gehoere aber zu diesen Steinzeitkonsumenten, die niemals einen Kredit in Anspruch genommen haben und immer nur das kaufen, was sie bar bezahlen koennen. Fur eine Visa-Card, die ich nicht haeufig benutze, muss ich jaehrlich reichlich Gebuer bezahlen. Also habe ich keine. Also fand ich den Service von ATE-Reisen klasse! Gebucht habe ich dann ueber die Webseite
www.etix-flug.de
Die gesamte Abwicklung und Zusendung der Ticket-Unterlagen geschah blitzschnell und erstklassig. Die Telefonate mit dem Iraner Herrn Abuhamzeh entwickelten sich regelrcht freundschaftlich. Er gab mir noch einige wichtige Hinweise (Gepaeck 30kg, Handgepaeck 6Kg) und ich stieg am 4.1.2015 gut gelaunt in das Flugzeug. Mein Uebergepaeck von 6,5Kg wurde mit einem Augenzwinkern uebergangen ("Sie sind ja sehr schlank, das gleicht das aus.")
Im Warteraum herrschte eine ruhige, fast vornehme Atmosphaere. Die Passagiere - meist iranischer oder arabischer Herkunft, gingen ruecksichtsvoll und hoeflich miteinander um, es gab nie Gedraengel.

In der Maschine liess sich meine Leselampe nicht vestellen, sie leuchtete meinem Nachbarn ins Gesicht. Ich bekam sofort einen anderen Platz in einer freien Reihe. So hatten mein Nachbar und ich mehr Platz und Komfort beim Essen.

Am Kohmeni-Airport in Teheran musste ich eine neue Bordkarte fuer den Weiterflug bekommen. Ein stattlicher Mann wartete auf die Transit-Passagiere. Er nahm mich mit zu einem Schreibtisch und sagte in perfektem Deutsch: " Sie sehen aus, als wenn Sie es bequem hben wollen. Ich gebe Ihnen einen schoenen Platz." Es war Sitz 14B. Im Flugzeug hatte ich keinen Nachbarn und riesig Platz vor meinem Sitz zum Ausstrecken der Beine.




Beim Start und bei der Landung sassen neben und vor mir huebsche nd freundliche Steardessen, mit denen ich locker plaudern und Mailadressen austauschen konnte. Ich erklaerte ihnen, dass ich mich sehr wohl fuehle und darueber im Internet etwas schreiben will. Das wollten sie gern ansehen.

Zurueck zum Airport in Teheran. Wir sollten 2 Stunden Aufenthalt haben. Der stattliche Mann, der sich spaeter als Service-Boss herausstellte, kuemmerte sich hoeflich um mich und fragte, ob ich etwas trinken moechte und einen ruhigen Platz zum Lsen suche. In dem Cafe-Rstaurant wollte er mich nicht sitzen lassen, sondern brachte mich in eine VIP-Lounche. Dort gab es kostenlos alle nichtalkoholischen Getraenke. Ich nahm einen Cappuccino und las mein Buch.

Mein Bodyguard am Iman-Khomeini-Airport in Teheran

Irgendwann tauchte mein Begleiter wieder auf und meinte, die Maschine sei jetzt bereit. Er lachte und sagte, "Ich bin Ihr Bodyguard, ich bringe Sie durch die Kontrollen und zum Airbus." So war es auch. Wir hatten eine Menge Spass, liessen uns noch fotografiren und er lieferte mich bei den Stewardessen ab.

Obwohl wir auf der Strecke nach Teheran bereits reichlich Speisen und Getraenke bekamen, erfolgte nun ein lckeres Abendessen: Huehnchen mit Tomate, Paprika und Currysosse, Kraeuterreis mit geriebenem Kaese, gemischter Salat mit Senfvinaigrette, Broetchen und Kaesekekse, Butter, Kaeseaufschnitt, Kuchen. Alles viel zu viel fuer mich. Ich hatte ja keinen Langstreckenlauf vor mir.

Was neu fur mich war und was ich so noch nie erlebt habe, waren die Video-Uebertragungen von Start und landung auf dem grossen Bildschirm vor mir. Das fand ich spannend.

Die Nacht war ruhig und kurz, denn wir flogen ja der Sonne entgegen. Der Feuerball ging in herrlichen Farben ueber der Wolkenschicht auf. Ein farbenpraechtiger Abschluss.



Abschliessendes Urteil: Anscheinend machen alle arabischen Airlines den hochnaesigen Europaeern und Amerikanen vor, was guter Service und ein erstklassiges Preis-Leistungsverhaeltnis sind.
Urteil fuer die MAHAN AIR: Sehr empfehlenswert!

Manfred Spies, 12.1.2015

Thailand: Warm im Winter

Ich bin wieder in Thailand, geniesse den Winter in Pakchong in kurzen Hosen und T-Shirts. Meine Familie sitzt morgens beim Fruestueck in Jacken, dicken Pullovern und Strickmuetzen am Tisch. Aber wir fuehlen uns alle wohl, jeder auf seine Weise.

Die letzten Tage in Duesseldorf waren bestimmt von sehr unfreundlichem Wetter. Aber das war in den Wochen davor mehrfach so und fuer mich nie ein Fluchtgrund.

Meine Abreise wurde ploetzlich geplant, weil ich bei meinen taeglichen Telefonaten mit Luck ihre Belastung durch die Versorgung des sehr grossen Gartens, des Hauses und der sechs Hunde und dazu noch die Betreuung des Gartens eines im Ausland befindlichen Nachbarn sehr deutlich spuerte. Sie sagte das zwar nicht, aber ich hoerte es zwischen ihren Worten.
Entscheidend waren auch aerztliche Atteste, die einen sofortigen Klinikaufenthalt in Thailand mit familiaerer Betreuung anordneten. In Duesseldorf haette ich innerhalb von 4 Wochen gar keinen Klinik-Termin bekommen.

Urspruenglich geplant sollte ich mit der Air France am 19.1.2015 zurueck fliegen und am 20.1. in Pakchong eintreffen. Eine vorgezogene Rueckreise zu ertraeglichen Konditionen war zwischen Weihnachten und dem 3.1.2015 unmoeglich, da anscheinend viele Fluggaeste eine Bescherung und einen Jahreswechsel ueber den Wolken  mit grosser Leidenschaft anstrebten. Nix zu machen.

Fuer den 4.1.2015 bekam ich eine Chance bei einer iranischen Airline ueber ein iranisches Reisebuero in Krefeld. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich weder das Reisebuero noch hatte ich jemals etwas von dieser Fluggesellschaft gehoert. Das aenderte sich aber bereits am Duesselforfer Flughafen, wo man bei dieser "Mahan Air" an sechs eigenen Schaltern einchecken konnte, waehrend sich die popelige Air France sowohl ihren Info-Schalter als auch ihre Check-Ins mit fast 20 anderen Linien ueber DELTA teilt. Der Service ist entsprechend katastrophal. Ganz besonders schlechte Erfahrungen machte ich bei der AIR FRANCE, die eigentlich AIR FROG oder AIR FAKE heissen muesste, als ich unter Vorlage meiner Atteste eine wie auch immer geartete Erstattung beantragte. Keine Chance. Kein weiterer Kommentar. Fuer mich steht fest: AIR FRANCE - NIE WIEDER!!!!!

Was meine Erfahrungen mit "MAHAN AIR" angeht. so moechte ich dies in dem folgenden Beitrag mit einem entsprechenden Titel darstellen, damit man dieses Lob leichter findet, wenn man bei google "MAHAN AIR" eingibt.

Also bis gleich...

Manfred am 12.1.2015, immer noch mit einem Windows-Laptop und entsp. Tastatur




Donnerstag, 1. Januar 2015

Jahreswechsel 2014 / 2015

Natürlich wünsche ich allen Freunden und Feinden, dass sich Hoffnungen erfüllen und Wünsche wahr werden. Buddha würde anmerken: "Wer viel wünscht kann auch viel enttäuscht werden. Leben ist Leiden. Sei nicht gierig und nicht neidisch, denn das sind die Wurzeln allen Übels."

Sylvester hatte ich eine Einladung zu einer kleinen Party bei Verwandten. Jeder brachte etwas Essbares mit, bei mir war es eine Vorspeisenplatte unseres Lieblingstürken mit acht verschiedenen Zutaten und seinen Dekorationen. Ich war froh, dass es geschmeckt hat und - wie ich später hörte - waren auch die Kinder am anderen Morgen beim Frühstück ein weiteres Mal von den Leckereien begeistert. Ich weiss, dass Luck beim Anblick dieser türkischen Spezialitäten traurig sein wird, nicht dabei gewesen zu sein.




Als ich am Neujahrstag morgens die Sonne am blauen Himmel sah, wollte ich unbedingt nach draußen.
Blick aus meinem Fenster am Neujahrstag
Ich wanderte zum Rhein. Dort war am Abend vorher die Riesenparty mit Riesenfeuerwerk und Riesenbesäufnis. Die Müllberge waren entsprechend, wurden aber schon seit den Morgenstunden von die Stadtreinigung beseitigt.



Es waren wenige Spaziergänger in der eisigen Kälte unterwegs, und auch der "Vater Rhein" wälzte sich träge in seinem breiten Bett.





Nun bereiten sich die Düsseldorfer und Kölner nach kurzem, winterlichen Einnicken darauf vor, "Helau" und "Alaf" zu brüllen und danach die Ostereier zu färben.
Lasst es euch gut gehen und habt einen besseren Sommer als 2014!

1. Januar 2016
Manfred Spies

PS.: Jetzt packe ich die Maus, die Tastatur und den MiniMac weg. Mein Arbeitsplatz macht mir Rückenschmerzen, der Monitor ist zu klein, die Schriften darauf winzig. Irgendwann werde ich ja wieder zu Hause sein, dann geht es weiter.