Donnerstag, 26. März 2020

Der Gärtner, das Virus und Wir

Der Gärtner, das Virus und Wir

Der Gärtner.
Er wurde als Mitarbeiter einer Gärtnerei nicht wie vereinbart bezahlt und suchte etwas Neues. Ich wollte nach meinem 75. Geburtstag nicht mehr auf hohe Leitern klettern und Bäume beschneiden, 3t Natursteine aus Wald und Feld heran schleppen und im Garten verteilen, und mit einem LkW Schotter neue Wege allein anlegen usw.. 









Also besprachen wir mit ihm alles. Er erhielt einen guten Tageslohn, zweimal im Jahr (Weihnachten, Songkran) hohe Sonderzahlungen und einen bezahlten Urlaub von 10 Tagen. Außerdem vermitteln wir ihm bei zuverlässiger Arbeit weitere Kunden.


Der Gärtner ist ein Mann für Alles, der mit unserem Werkzeug sorgfältig umgeht.

Alles hat wunderbar geklappt. Jetzt hat er den dreifachen Lohn wie früher. Bei den vermittelten Kunden bekommt er sogar mehr, aber er ist uns treu, weil er „zur Familie°“ gehört. Da er nur ein Moped besitzt, kennt er die Umgebung nicht. Wir laden ihn jedes Jahr zu kleinen Reisen ein.

Einmal im Jahr ist er zu kleinen Reisen und Besuchen eingeladen.



Er arbeitet nicht nur im Garten, wo er auch alle Maschinen säubert und pflegt und repariert, sondern er schleift und streicht auch Möbel, streicht die Fassade und mauert. Was er nicht konnte, haben wir ihm beigebracht. Deshalb will ihn jetzt jeder haben.

Das Virus
Ich gehöre in meinem Alter und mit diversen, chronischen Vorerkrankungen zur „Risikogruppe“. Meine Frau Luck erledigt seit Wochen alles in der Stadt und ich habe „Hausarrest“, den ich auch akzeptiere. Langeweile gibt es bei uns nicht. 
Das Virus scheint gefährlich zu sein und der Vergleich mit Grippe ist Blödsinn. Von uns aus können andere leichtsinnig sein, wenn sie von uns weg bleiben. Seit meiner Jugend kenne ich „Vorsicht ist keine Feigheit, Leichtsinn ist kein Mut.“ Das wurde für mich wahr, als am Baggerloch hinter unserem Haus Schulfreunde eine „Mutprobe“ versuchten: Eine Stunde in die pralle Sonne legen und dann ins kalte Wasser springen.
Den ersten „Mutigen“ fischte die Ferwehr nach Stunden aufgequollen aus dem 10m tiefen Wasser.

WIR
Wir fühlen uns sehr wohl in dieser Stadt in unserem selbst entworfenen, wunderbaren Haus mit drm riesigen Park-Garten. Wir hätten gern noch etliche, gesunde, glückliche Jahre.
Der Gärtner fühlte sich gestern nicht wohl, er konnte nicht weiter arbeiten. „Geh sofort zum Arzt“ sagte meine Frau. Ein Distanz-Thermometer haben wir nicht rechtzeitig gekauft. Jetzt kosten sie bei LAZADA über 1300,- Baht.


Heute kam er nicht. Luck rief an. Er habe kein Fieber, aber er hat gar kein Thermometer (!). Er hält es für unnötig, zum Arzt zu gehn. Bei allem, was Luck sagte, lachte er nur.

Was tun? 
Ich rief noch einmal an und Luck erklärte ihm ganz unthaimäßig deutlich und ärgerlich: „Wenn du krank wirst, ist das deine Sache. Du steckst deine Familie an. Da ist auch deine Sache. Aber wenn wir angesteckt werden, ist das unsere Gesundheit. Wenn du nicht zum Arzt gehst und wir nicht wissen, was los ist, kannst du nicht mehr hier arbeiten! Wenn du nicht weisst, was du hast, kann sein, du bist ein Killer! “ Wumm! Das war wie eine Bombe.
Er versprach, sofort zum Arzt zu gehen, Wir warten auf seinen Anruf.

Richtig oder zu hart?


Manfred Spies und Wilaikuck Lakkhamphan
Freitag, 27.3.2020




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