Dienstag, 26. Oktober 2021

"Hühnerfarm" - ein geschenkter Ferientag (1)


Die jüngere Schwester von Luck und ihre Lebensgefährtin waren der Meinung, ich soll mal wie früher raus aus meinem Atelier und einen Ferientag machen. Ich sollte mir ihre Hühner ansehen und einen Tempel besuchen, den ich noch nicht kannte.


Jek musste auch wegen Corona ihren Shop schließen. Aber diese Verwandten geben nicht auf, verkaufen online Lotto, bauen auf ihrer winzigen „Farm“ Bio-Obst und .-Gemüse an und haben inzwischen 50 Hühner, deren Bioeier sie auch blitzschnell verkaufen. Gesunde Nahrung ist gefragt. Außerdem kochen sie noch für wohlhabende Thais in der Umgebung, die virusbedingt lieber zuhause bleiben.






Mit ganz primitiven Mitteln bauten Jek und Nang drei Ställe für je 15 Hühner. Die haben es auf erhöhtem Boden trocken, werden gefüttert und haben Legekörbe und vor den Hütten ein Freigehege.

Jeden Abend um 22 Uhr sitzen die Hühner auf ihren Stangen und werden von Jek mit Gute-Nacht-Liedern besungen. 






Der Hühnerkot ist ein wertvoller Dünger und wird auch gut verkauft

Diese Menschen helfen sich immer wieder selbst und klagen nie. Ich habe ihnen angeboten, im nächsten Jahr die faulenden Holzpfeiler durch Metall zu ersetzen und einen großen, stabilen Stall für 100 Hühner zu bauen. Immerhin bekommen wir jeden Morgen Bioeier und Jek kocht hin und wieder auch für uns.


Mittags ging es in ein Restaurant an der Hauptstraße 2243, vor dem vor Corona die Busse standen. Die Traurigkeit war in allen Gesichtern zu lesen. 

Wir aßen gut und preiswert und nahmen noch etwas zum Knabbern für zuhause mit.






Suppen mit viel Fleisch und anderen Einlagen für 30 und 40 Baht

etwas für zuhause


Manfred Spies, 25.10.2021



 

Dienstag, 19. Oktober 2021

Farbrausch

Wilailuck und Manfred Spies

Thailand ist schön, ohne Zweifel!
Aber was wir im Herbst in DÜSSELDORF erlebten, gibt es in Thailand nicht. Leider nehmen diesen wundervollen Farbrausch der Natur manche gar nicht wahr.

Wir zeigen etwas aus unserer Fotokiste. Manfred kennt noch die Standorte. Wir grüßen alle in Thailand, die verzichten müssen und alle in Düsseldorf mit den besten Herbstwünschen….(Der Stadt danken wir für die über 20 Parkanlagen.)
Schreibt doch mal, wie es heute aussieht im Florapark, Volksgarten, Nordfriedhof, Nordpark, Hofgarten, Ostpark, japanischen Garten und im Aaper Wald…

























Fotos: Manfred Spies
2.10.2021

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Thailand - kein Urlaubsland(?)

Ich lese in den sozialen Netzwerken wie Facebook, dass Ausländer behaupten,  aktuell gebe es überhaupt keinen Grund, Freunden und Bekannten eine Reise und einen Urlaub in Thailand zu empfehlen. Wer schreibt so einen Unsinn? Expats, die hier investiert haben und vom Tourismus abhängig sind und in der Corona-Krise pleite gegangen sind? Und die schließn von sich auf ganz Thailand?

Natürlich gibt es Fehler der Regierung, massive sogar. Natürlich werden von dieser Regierung Entscheidungen getroffen, die Touristen nicht gerade Willkommen heißen. Natürlich gibt es reduzierte Angebote in Restaurants und beim Sightseeing. 

Aber wie immer in einer Krise wird vieles billiger. Nicht nur in kleinen Shops, sondern auch bei Discountern und in Hotels. Dort, wo der Umgang mit den Touristen von der individuellen Entscheidung und nicht von Vorgaben der Regierung abhangt, kann man sich sehr wohl fühlen. 

Die Regierung bezuschusst alle Übernachtung von Thais mit 50%. Im Gegensatz dazu sollen Ausländer - auch hier lange Lebende  - akzeptieren, in Hospitälern, Hotels und Restaurants mehr zu bezahlen. In Nationalparks ist es das Zehnfache des Thai-Eintritts!




Es wird gemeckert. Warum schreiben wir nicht massenhaft Briefe an die Regierung, melden uns als Gruppen in den Medien, beschweren uns über diese rassistische Ungleichbehandlung bei den Botschaften. Wer glaubt, dass einzelne Aktionen nichts nützen, dem empfehle ich ein Zitat von Dalai Lama.




Aber wegen solcher Ärgernisse ganz aus Thailand weg bleiben? 

Nee, wir gehen da nicht hin, wo wir abgezockt werden. Ich bezweifle übrigens sehr, dass höhere Preise für Farangs üblich sind. Ich war weder in Bangkok, Krabi, Ayutthaya, Korat, Udon Thani noch in unserer Stadt jemals in einem Lokal, wo es zwei Speisekarten gab. Ich denke, ich höre da aggressive Schreier, die verallgemeinern oder lügen und ihren Frust loswerden müssen, der oft selbst verschuldet ist. Auch wenn im Oktober 2021 ein Gericht in BKK die Doppelbepreisung als legal bezeichnet hat, hängt es vom Wirt ab, ob er es anwendet und riskiert, dass Gäste rausgehen.


Ich habe in den vergangen 10 Jahren oft Negatives beschrieben, das ich erlebte. Aber ich habe in den über 500 Blog-Artikel und ebenso viele Facebook-Beiträgen die wunderbaren Seiten Thailands in tausenden Fotos abgebildet und beschrieben. Davon nehme ich nichts zurück, im Gegenteil: 

Der Ton in den Immigration-Büros ist freundlicher und hilfsbereiter geworden, das städtische Leitungswasser ist beweisbar viel besser geworden, Straßen, die früher z.B mit dem Rad gefährlich waren, wurden ausgebessert. Die früher extrem laute Musik bei Hochzeiten und anderen Festen hat Lautstärke-Pegel bekommen und ist zeitlich begrenzt, auch lange vor Corora. Bei uns achten die Menschen inzwischen EXTREM auf Müll und es gibt überhaupt kein Abfackeln von Feldern mehr usw. usw. Und die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der ThailänderInnen ist sprichwörtlich, zumindest außerhalb der Touri-Neppzentren,


Hilfsbereitschaft :-)))

Man muss auch bedenken, wo man lebt und ob es da massenhaft Proll-Expats und Proll-Tourismus gibt. Wie man in den Wald rein ruft….

Und ist es nicht auch ein Vorteil für jetzt Reisende. an leeren Ständen und in ruhigen Tempeln zu sein?


vor Corona



Nachdem ich in den vielen Beiträgen meine wunderbaren Thaibilder gezeigt habe, lasse ich das jetzt. Die Thaimeckerer kann ich sowieso nicht überzeugen. Die Wälder, die Landschaft, die Strände, die Tempel und das Essen sind genauso wie früher. Wer Wahrnehmungsprobleme hat, soll eine Therapie machen.  


Ich habe heute mal aus der Kiste in paar Fotos geholt, die Urlaubseindrücke in anderen Ländern zeigen. Natürlich gibt es überall Besonderes und Schönes, etwas Anderes behauptet ja niemand. Aber Thailand ist und bleibt auch ein Reiseland, selbst wenn der Anfang eines Aufenthalts holperig sein kann. Wer nach Thailand kommt, weil er für wenig Geld Rundumkomfort erwartet, wer nur Fußball gucken, die Kuckucksuhr rufen hören, Eisbein mit Sauerkraut oder Züricher Geschnetzeltes essen und dabei Tiroler Volksmusik hören will, bleibt besser zuhause.


Manfred Spies, 6.10.2021



Griechenland, Naxos

Kuba

Agypten Rotes Meer, Dahab, lange vor Corona

Griechenland Paros

Autokennzeichen Buick, Florida

Ägypten Nuweiba, Wüstenriff, 

Agypten, Dahab, Hotel pleite, Kummer gibt es überall...

Dresden 1988, auch das hat Charme

Agypten Kairo, Tür, 2004

Venedig Tür, 2008

Venedig, Palazzo Rezzonico, 2008

Griechenland Santourin, 1975

Deutschland, Schwarzwald (tschüss! Und schöne Ferien in Thailand und überall.)


Samstag, 2. Oktober 2021

Massaker 8. Oktober 1976, Blowing in the Wind?

Blowing in the Wind?

Wie oft haben in diesem Land die Polizei und das Militär auf unbewaffnete Studenten und Zivilisten geschossen? Was wird am 6.Oktober 2021 passieren, wenn sich das Massaker von 1976 zum 45. Mal jährt?

Wann bekommen die Menschen dieses Landen endlich Gründe für ein echtes, begründetes Lächeln?

Massaker vom 6. Oktober 1976( zitiert aus meiner Erzählung „Mangos“)




„Der Polizist stand mit ausgebreiteten Armen vor den demonstrierenden Studenten und rief seinen Kollegen und den Soldaten zu: 

„Nicht schießen! Niemand ist bewaffnet! Nicht schießen!“ 

Eine der ersten Kugeln traf ihn in die Brust. Studentinnen und Studenten brachen reihenweise unter den Salven von Polizei und Militär zusammen. Schreie, Tränengaswolken, Panik. 

Die in die Seitenstraßen Flüchtenden wurden von den überall postierten Wasserwerfern zurückgetrieben. Ein Journalist mit seinem Presse-Schriftzug auf Brust und Rücken wurde aus nächster Nähe erschossen. 







Soldaten und Milizionäre hängten Erschossene an Bäumen auf und schlugen und schossen vor aller Augen.weiter auf sie ein. Helfer und Krankenschwestern schleppen die Verwundeten und Sterbenden in nahe gelegene Hotels und wurden unterwegs von Mitgliedern rechtsextremer Milizen geschlagen und selbst verletzt. Das Ramadan Plaza hatte im Eingangsbereich alle Möbel weggeräumt und Matten und Decken auf dem Boden ausgebreitet. Sanitäter, Krankenschwestern und herbei geeilte Ärzte kümmerten sich um die auf dem Boden liegend Stöhnenden und Schreienden, als Milizionäre herein stürmten, die Helfer zur Seite stießen und die Verwundeten liquidierten. 

Hinter einer Säule kauerte ein englischer Journalist und sprach in ein kleines Gerät: „Was ich hier sehe, ist nicht aus einer menschlichen Welt. Das erinnert mich an Dokumentationen, die ich über das Massaker der SS im Warschauer Ghetto gesehen habe…“ 


WIKI-Infos, sehr umfangreich

https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_an_der_Thammasat-Universit%C3%A4t#Verlauf


Manfred Spies

4.10.2021