Freitag, 21. Juni 2019

Thailand - Enttäuschte Freundschaft

Freundschaft sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Oder seht ihr das anders?
Es scheint sich herum gesprochen zu haben, dass wir in unserer Siedlung Freundschaft mit allen Tieren pflegen - außer mit Moskitos und Hundertfüßlern. Manchmal stehen die Tiere vor unserer Türe und bitten um Hilfe. Halb verhungerte Tokeys werden gerettet, verletzte Hunde tierärztlich versorgt, Schlangen vor den 5 Haushunden in Sicherheit gebracht, große Warane wieder in den Wald befördert  und aus dem Nest gefallene Vögel aufgepäppelt. 

krank und halb verhungert...

...aufgepäppelt

überfahren und versorgt

vor den Hunden gerettet und in den Wald gesetzt


so ein schönes Tier muss man gern haben


Das machten wir auch mit Johnny, einem zwei Wochen alten, noch blinden Eichhörnchen. 




Seht selbst, ob wir gute Eltern waren: 
Anfangs laktosefreie Milch, später alle erdenklichen Leckereien, das ganze Haus zur freien Verfügung, Knabbern an Kartons, Papierrollen und Eisenteilen der Fitnessgeräte, Übungen am Multitrainer, später Auslauf im Garten. Wir haben uns sogar kratzfeste Unterwäsche zugelegt, weil sein liebevolles Anspringen schmerzhaft war.







Johnny durfte fast alles...

...und als er größer wurde, wurde er auch etwas unverschämt.



Turnübungen am Fitnessgerät


auch als er Kartons und sogar Wandecken anknabberte haben wir nicht gemeckert!





Johnny wurde erwachsen, hatte irgendwann eine Freundin und besuchte uns nur noch selten. Mehrere Eichhörnchen-Generationen später spazierten viele graue Johns und Jeans über Telefonleitungen, Mauern und Zäune in unser Bio-Padadies mit Mangos, Papayas, Bananen, Guaven,Rosenäpfeln,  Kokosnüssen, Jackfrüchten, und Avocados. Das war sehr lecker, hatte aber mit Rücksicht und Freundschaft nix zu tun. Die Sternfrüchte und Talingpling waren ihnen zu sauer und man überlies sie uns. SEHR FREUNDLICH!

Eichhörnchen-Mango

Eichhörnchen-Jackfrucht

Eichhörnchen-Papaya

Eichhörnchen-Banane

Eichhörnchen-Kokosnuss

Johnny hatte seinen Verwandten und Freunden nichts von unserer Liebe und Gastlichkeit erzählt. Die Clique fraß uns alles weg.
Wir umpackten die Früchte mit teueren Beuteln (Sauarbeit) und bauten Käfige um die großen Exemplare. Nichts half. Als wir im Internet fragten, konnte uns niemand helfen, auch nicht der Spezialist Hans Fritschi in Pattaya. Jammer!


alles wurde eingepackt oder mit Gitter umgeben



Im Internet las ich, dass Eichhörnchen unmusikalisch sind und hohe Töne nicht mögen. Ich bastelte mit aus Bambus eine Spezialflöte und setzte mich unter die Mangobäume. Das war nicht gut, denn meine fünf Hunde stimmten zusammen mit den Nachbarhunden nicht mehr nur nachts ihren heulenden Chorgesang an.

Was tun? Sollen wir uns nun von unserer leckeren Bio-Ernährung aus dem eigenen Garten wieder mit Chemie-Kost vollstopfen oder sollen wir auf fleischreiche Ernährung umstellen?
Wir sind von dieser Art Freundschaft der Eichhörnchen-Art enttäuscht. 
Da hilft auch nicht viel, wenn man uns sagt: Das kann dir bei Menschen auch passieren.

Übrigens brachte uns wieder ein Nachbar so ein Winzling. Einige Tage haben wir geholfen. Dann übergaben wir das Tierchen einer kinderlosen Familie ohne Hunde und Katzen.

NEIN! Diesmal nicht wieder!

Einige Tage gefüttert und dann ab zu anderen Eltern



Grüße von Manfred, Freitag, 21.06.2019

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