Dienstag, 17. Januar 2023

Festkleben oder sterben? Umweltaktivisten-Aktivisten

 

Aktivisten heute und damals.


In Indien gab und gibt es schon vor langer Zeit Umweltaktivisten, vor allem Frauen. Dieser Bericht handelt von den Bishnoi, einer hinduistischen Religionsgemeinschaft, bei denen Naturschutz zur Religion gehört.


Bericht der Deutschen Welle DW

 


Sie leben größtenteils in der Wüste Thar im indischen Bundesstaat Rajasthan. „Bishnoi“ (auch (Vishnoi) bedeutet 29 und bezieht sich auf die 29 ökologischen und spirituellen Gebote, die der Guru Jambheshwar (1451-1536),auch bekannt als Jambhoj, als Gründer dieser Gemeinschaft aufstellte.



Auszüge:

Lebe immer großmütige und achtungsvolle Beziehung zwischen Frau und Mann

Denke, bevor du sprichst

Sprich reine Worte in aller Aufrichtigkeit.

Habe Verständnis zu vergeben

Kritisiere nicht ohne Grund

Habe Mitgefühl mit allem, was lebt

Fälle niemals einen Baum

Töte niemals ein Tier, egal wie klein es ist 

Gib Schafen und Ziegen einen Unterschlupf, um sie vor Schlachtung zu bewahren

Iss kein Fleisch, bleib vegetarisch.



Wie ernst die Menschen in dieser Wüste ihre Achtung vor der Natur nehmen und nahmen, erzählen die Alten immer den Kindern:





„Einst wollte der König in unserem Dorf, wo es reichlich Bäume gab, ein Fort errichten und befahl, für das Bauholz die Bäume zu fällen. Es war am 12 September 1730, als eine Frau, Amrita Devi, davon erfuhr und protestierte. Sie rief die Dorfbewohner zusammen und 363 von ihnen stellten sich vor die Bäume und umarmten sie. „Unsere Religion verbietet, diese lebenden Wesen zu töten.“ Die Soldaten richteten ein Massaker an. Als Abhay Singh, Raja von Marwar,  darüber informiert wurde, lies er das Morden und das Fällen der Bäume sofort stoppen, verzichtete auf das Fort und gedachte der Toten. 

Auf dem Gelände, wo das Massaker stattfand, wächst heute nicht mal ein Grashalm. Wie ihr wisst, versammeln wir uns jedes Jahr im September dort, um des Opfers zu gedenken, das von unserem Volk gebracht wurde, um die Bäume zu erhalten.“




Die Bishnois füttern und pflegen alle Tiere in der Gegend und haben damit Arten gerettet. Inzwischen interessierten sich Forscher aus aller Welt für diesen einmaligen, gelungenen Naturschutz mitten in der Wüste.





Manfred Spies, September 2022

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